Neid
Privatroman
Die Kultur der Nachhaltigkeit, wenn man sie überhaupt Kultur
nennen kann, besteht darin, einen Menschen vollständig in seinen Besitz zu
bringen und dafür die Häuser wegzureißen, die man nicht mehr benötigt, was
braucht man Häuser, man braucht nur den einen einzigen Menschen, um den es
einem geht, dem man nachjagt, bei dem man ganz zu Hause ist, nur damit man dann
die Häuser in die Luft sprengen und sich dann auf diesen Menschen draufsetzen
darf, der blieb, als einziger, sich draufsetzen, damit der jetzt nicht auch
noch wegrennen kann, denn er hat entweder nur eine Montagegrube mit einem
Wackerstein als Tür, die gar keine Tür ist, oder er hat leere Wohnblocks, von
allen guten Arbeitern verlassen, schon lange, und der Wind pfeift hindurch,
gut, und dazwischen gibt es Millionen von Möglichkeiten, sein Heim schön zu
gestalten und zu erhalten, auf die wir nicht eingehen können, sonst gehen wir
selber ein, weil weder unser Heim, noch der Mensch, den wir uns als Einzigen
erwählten, den Normen entspricht, die die Schönheit an uns und alle übrigen
angelegt hat, eine RAL-Karte, eine Tralala-Karte, denn der Musikgeschmack muß
schon mal stimmen, das ist das Erste, und es gilt zweitens für die meisten, daß
der Besitz an Menschen der erstrebenswerteste ist, ja, das gilt für den Schnee,
der gern weißer wäre, und für das Licht, das gern heller wäre, alles
überstrahlt mich, während ich noch nachzudenken versuche, wie ich vielleicht
noch einmal, wenn auch recht spät, sogar für mein Alter reichlich spät, die
Aufnahmsprüfung, also ich meine die Eignungsprüfung, sozusagen eine zweite
Reifeprüfung ablegen könnte, um endlich etwas gelernt zu haben (nicht einmal
Theaterwissenschaft wollten sie mich studieren lassen, weil das angeblich zu
schwierig für mich gewesen wäre!), das ist mir zu hoch, das ist auch Ihnen zu
hoch, was auch immer, den Werksturm in der Erzstadt haben sie ja stehen
gelassen, dort können Sie sich hinaufbegeben, aber auch auf den Donauturm, aufs
Empire State Building, nein, auf die Twin Towers nicht mehr, es wird alles
beschrieben, um es zu besitzen, was man schreibt, auch wenn man manche
Menschen, die man beschreibt, nicht einmal im Traum besitzen möchte, die
Schreibenden – sie können es sich nicht vorstellen, sie können halt nur darüber
schreiben und dafür greifen sie manchmal reichlich hoch, über ihren Horizont
hinaus, dabei stehen die teuersten Sachen im Supermarkt immer in Griffweite,
sie sind nicht Bück- oder Streckware, der, Sie wissen inzwischen schon wer, der
Herr P. hat also einen Menschen in seinen Besitz gebracht und sogleich, auf der
Stelle (ja, hier paßt das: auf der Stelle!) zur Bückware degradiert, denn der
fremde Mensch wurde in ein Loch im Keller, eine Montagegrube unter der Garage
gesperrt (es wurde auch vom Besitzer des Kindes bestimmt, was zu sehen war,
denn es sollte ja im Grunde nur er zu sehen sein! Der wird sich doch nicht
Konkurrenz ins eigene Heim einladen, wo nur die Mama noch sein darf und einmal
ordentlich saubermachen, was man sofort bemerkt hat, wenn man das Haus danach
betrat, allerdings von innen, nicht von außen. Das ist nicht so schlimm, wir
sehen es ja, und ich sehe auch alles, was ich weiß, nur im Fernsehn, und ich
höre es im Radio oder von Ihnen, falls Sie mal kommen, aber tun Sie das nicht,
belästigen Sie mich bitte nicht!), das ist also Liebe, staunt der Laie, ich
staune auch, bin aber kein Laie, bitte, ich spreche keinesfalls nur von mir,
deren Bücher nicht mehr gelesen werden sollen, worum ich ebenfalls herzlich
bitte, leben Sie lieber!, ich lebe nicht gern, leben Sie bitte lieber!, ich
spreche hier doch nur ganz allgemein darüber, was Liebe ist. Ich weiß es nicht,
wie bereits ausführlich dargelegt. Ich sehe nur: So weit kann Liebe also gehen,
sage ich zu mir selbst. Für mich ist Liebe einfach alles, was es gibt, ich
fürchte nur, es gibt sie gar nicht. Stellen Sie sich vor, da steht also die
Unbequemlichkeit eines Körpers und will nicht weichen, auch wenn alle Menschen,
die ihn je kurz zur Untermiete bewohnten, bereits ausgezogen sind und die
Mauern bereits stolz ihre Sprengköpfe tragen, diese Unbequemlichkeit, jederzeit
in die Luft fliegen zu können, himmelhoch jauchzend oder vor Betrübnis oder
Betrügnis (natürlich immer des anderen) zu Tode gekommen, was auch immer, ich
kläre das alles in einem klärenden Gespräch, und erst daraus, aus Härte,
Unbequemlichkeit, Dusche keine, erst oben im ersten Stock, unten nur
Waschbecken – sowas trauen sie sich heute nicht mal für Ferien am Bauernhof anzubieten
–, Luft– und Nahrungsmangel und dem hübschen kleinen Schminkset, das N. später,
weil sie brav war, erlaubt wurde, glaube ich zumindest, nein, ich habs mit
eigenen Augen im TV und in dreihundertfünfundzwanzig Zeitschriften gesehn, aus
dieser Härte, aus diesem Mangel erschließt sich mir, Ihnen vielleicht nicht,
aber mir, obwohl ich weiß, daß ich damit auf dem Holzweg bin, und das ist nicht
der Weg, den ich vorhin so verzweifelt gesucht habe, erschließt sich mir also,
auf dieser Lichtung geht mir ein Licht auf, erschließt sich mir die Liebe, und
in diesen Gesichtspunkten des Ausschließlichen und Ausgeschlossenseins gibt sie
uns uns selbst zurück, bevor wir noch merkten, daß wir uns überhaupt verloren
hatten. Hier sind wir. So, von mir aus können Sie sie gern gratis dazu
bekommen, sozusagen als Treuegabe, die Liebe, aber wer ist schon wem treu?,
doch eine solche Gabe wollen wir immer, weil sie gratis ist, nur keinen Neid,
jeder kriegt was, also, kurz gesagt, ich habe keine Ahnung von nichts, und ich
lehne alles und jeden ab, keine Ahnung wen, einfach jeden!, ich habe so lang
gewartet, und jetzt bin ich einmal dran, um gewartet zu werden, wenn auch nicht
von einer Montagegrube aus, naja, wenn man mich schon wartet, dann von mir aus
auch von unten, ich spreche aber auch, indem ich von mir spreche, was ich ja
immer tue, von der kleinen Gefangenen, dieser Gefangenen von, wie heißt das
Kaff in Niederösterreich, muß ich
nachschauen, Strasshof heißt es, nicht einmal den Ort hab ich mir vorhin
gemerkt, obwohl ich ihn doch weiß, jetzt aber vergeß ich ihn nicht mehr,
versprochen, und doch: Er ist außerhalb meiner Vorstellungskraft, dieser
grauenhafte Ort, an dem man einfach nicht mehr zusammenrücken kann, weil sich
alles auf einen Punkt zusammengezogen hat, davon wird noch grundsätzlich die
Rede sein, ich weiß, ich bin hier leider zu grundsätzlich, statt frisch zu
erzählen, frisch von der Leber weg, wie es von den meisten verlangt wird,
einfach erzählen, wieso kann ich das nicht? Ich kann nichts und kenne nichts, ich
kenne den Ort Strasshof auch nicht persönlich, obwohl er öfter im TV und in den
news war, ich hätte hinfahren können und es mir anschauen, aber ich kann
nirgendwo hinfahren, vielleicht sollte ich mich in Zukunft lieber der
Gemeindepolitik, wirtschaftlichen und finanziellen Themen widmen? Nein, lieber
nicht! Das lerne ich nie in meinem Alter! Und dorthin müßte ich nur zu
Guckigoogle fahren oder zu Wicki und den Starken Männern, zu diesen Pädianern,
nicht Pädophilen, um Himmels willen, nicht zu denen (obwohl die nicht
ausgerechnet mir was antun würden!), zu den anderen, die alles wissen und es
mir selbstlos schriftlich mitteilen. Wozu also selbst etwas wissen, da es doch
alle bereits wissen? Oder? Fahre ich etwa schon und weiß es gar nicht? Ich
suche derzeit in einem Park, aber keinem bestimmten, nach Themen, die ich mir
leichter aneignen könnte als meine süße Sprache und die übrige Sprache der
übriggebliebenen Menschen (es ist genau die gleiche wie meine! Also das müßte
verboten werden!), die Entsetzliches erlebt haben, von dem sie dennoch so
wunderbar zu sprechen verstehen, viel besser als ich, naja, ich bin nun
wirklich kein Maßstab, und ich hab auch keinen, es ist ein Wunder, echt, es ist
ein Wunder, Wunder sind nur selten echt, dieses aber schon, dafür garantiere
ich mit meinem Namen, das ist mein Extra, mein Name, der ein Gütesiegel ist,
obwohl ich niemals gütig oder gültig gewesen bin, es wäre ein Mißverständnis,
sowas zu denken. Es wäre eine Erholung, etwas andres tun zu können, wenn ich es
denn könnte, ich höre Sie schon von weitem applaudieren, lauter müssen Sie gar
nicht werden, ich bin ja, wie immer, Ihrer Meinung, gebe es aber nicht zu. Zum
Glück unterliegen nicht viele diesem Mißverstehen, daß ihr Name allein schon
ein Gütesiegel wäre, obwohl sie das leicht glauben könnten, wenn sie im
Drogeriemarkt mit dem Finger über die Produkte streifen, in denen allen
dasselbe drin ist, wie die Verkäuferin mir erst gestern mitgeteilt hat, ja, sie
hat dieses Wissen mit mir geteilt, das mir zuvor verschlossen war. Nur die
Aufschriften sind verschieden, die Produkte sind völlig gleich. Denn nur mein
eigener Name ist wirklich, was drauf steht, da bin ich drin, und der Name
gehört schon mir, drängeln Sie nicht so, suchen Sie sich einen andren! Das
Entsetzliche versteht niemand, obwohl viele glauben, sie verstünden es. Kommt
drauf an, was man unter entsetzlich versteht. Ich verstehe darunter bereits die
hautenge beigefarbene Hose der Frau von vorhin, Ecke
Linzerstraße/Deutschordensstraße, die sie besser nie gekauft hätte, die Hose.
Ich verstehe nichts. Das Entsetzen ist immer außerhalb jeder Griffweite und
Vorstellung, für die meisten ist allerdings sogar das Griffbrett einer Gitarre
außer Reichweite, doch nichts gerät aus meiner Richtweite, ich – der Richter!
Der dort, wer auch immer, die Zeitung hat ihm seinen Platz zugewiesen, es nützt
ihr aber nichts: Der ist kein Richter! Ich akzeptiere ihn nicht. Er maßt sich
diese Stellung nur an, er hat sie von mir weder gekauft noch geborgt, er zählt
nicht, er kann nichts umfassen mit seinen Händchen, der Schreiber, jeder
Schreiber, denn er hat kein Händchen für was auch immer, er faßt es nicht, er
erfaßt nichts, mit Schreiben erfaßt man nichts, das steht für mich fester denn
je, aber am wenigsten das Entsetzen, von dem die meisten Menschen, zu ihrem
Glück, ebenfalls keine Ahnung haben und auch nie eine bekommen. Aber wenigstens
wollen sie davon nichts wissen und schon gar nicht drüber schreiben. Ich
gratuliere. Das Grauen, bitte hierher, ein wenig nach links, ja, so ists gut!
Und jetzt in die Kamera schauen! Jawohl, ich sehe, die ersten rennen vor dem
Grauen schon davon, als wäre Goethe hinter ihnen her; diejenigen, von denen ich
immer spreche, aber nicht sprechen will, hätten also jetzt die Chance und die
Gelegenheit zu laufender aktiver Beteiligung an gesellschaftlichen Prozessen,
ich stelle ihnen hier einen kleinen Raum, allerdings ohne Abortdeckelknopf aus
Beton, diesem Abdeckerknopf, tonnenschwer, zum dran Ziehen, angebracht an einem
dicken schweren Türpfropfen, zur Verfügung, damit sie es hier aufschreiben, wie
sie es sich vorstellen, was auch immer, hier wäre es ungefährlich, hier wäre es
besser als öffentlich, wo sie schweigen sollten, oder schwelgen, von mir aus
auch Gourmetkritiken lesen und dann schwelgen, doch hier ist privat, kein Staat
zu machen, und das steht auch ausdrücklich für die, die sich ausdrücken können,
an der Tür gleich neben der Klotür, ich lade Sie hiermit zu einer laufenden und
aktiven Beteiligung ein, selbstverständlich mit andren gesellschaftlichen Kräften
zusammen, wir müssen doch zusammenhalten, ich lade Sie ein, bevor Sie
weiterreden, mir hier, an dieser Stelle, etwas zu sagen, was derzeit nur Sie
wissen, denn was ich zu sagen habe, weiß wiederum ich und habe ich schon
dreihundertfünfundzwanzigmal gesagt, ich habe nur keinen Gegenstand, an dem ich
es befestigen könnte, und wenn ich es an mir, der einzigen hier, die noch
aufrecht stehen kann, befestige, fall ich auch noch um, ich lade Sie demnach
ein, hier, an meiner Stelle, nein, nicht in der Zeitung, hier!, sehen Sie denn
nicht, wo hier ist?, etwas zu sagen, um vorhandene Chancen, welche auch immer
Sie für sich sehen, konsequent aufzufinden und zu nutzen, damit Sie ein Ventil
für Ihr böses Blut haben, das keine andere als ich gemacht habe, und Ihnen jetzt
heimlich zuschiebe, mit dem Fuß, rein in die Lacke, die schon stockt, und
tatsächlich, ich fasse auch dies nicht, obwohl es bereits geronnen ist, obwohl
sie geronnen ist, auch meine Moralinsäuerlichkeit schon geronnen ist, ich
verstehe nur Bahnhof, wie gesagt, aber ich weiß es immerhin, daß Sie derzeit
nichts sagen können und auf Ihren Pressesprecher verweisen, ich fürchte, der
sind Sie dann selber, nur unter falschem Namen, Sie sprechen ja immer für sich
und gleichzeitig für andre (gilt leider auch für mich, entschuldigen Sie bitte,
da ist eine gewisse Ähnlichkeit zwischen uns, dem Kritiker und der Kritisierten
in der Krise, die ich mit Lidschatten, Rouge und Lippenstift jedoch energisch
bekämpfe!): Der Bahnhof ist dort drüben, das Klo ist versperrt (meins dafür
nicht! Ätsch!), der Kartenschalter geschlossen, der Automat hin, die Züge auch
schon weg, der letzte Zug abgefahren, der Bahnhofsvorstand längst nach Haus
gegangen, keine Ahnung, was noch mit einem Bahnhof in Verbindung zu bringen
wäre, behindertengerecht ist hier auch nichts, aber wer ist zu Behinderten
schon gerecht? Diese ca. 50 cm hohe Stufe schon mal nicht, und ich sehe grade,
wie da einer hinrennt und sich vor den Zug wirft, weil er vor acht Jahren
bereits den Kopf wegen eines Mädchens verloren hat, er erfüllt hier nur seinen
Lebenszweck bis zu Ende, um einer jungen Frau willen, die aber irgendeine hätte
sein können, vielleicht aber auch nicht, wir werden es nie erfahren. Das
Mädchen weiß es selbst nicht, wie es angibt, warum gerade dieses Mädchen? Wir
treten ein, in eine Sprache, in eine Sache, und zwar, was kommt als nächstes?,
egal, wir treten also ein in die differenzierte Priorität der Erhaltung
ländlicher Wegenetze, meinetwegen, von mir aus auch dorthin, damit kann sich
von mir aus jeder beschäftigen, der will, da habe ich persönlich gar nichts
dagegen. Das kann man nachlesen und dann abschreiben, da kann man die Arbeit
eines anderen einfließen lassen wie in eine Drainage, die mühselig gegraben,
aber vom Wasser wie selbstverständlich genutzt wird, es geht mit ihm immer
bergab, wie mit uns, warum sollte es auch Skrupel haben, das Wasser, es kommt
ja grundsätzlich überallhin, bis auf den Grund, vorausgesetzt, der Grund ist
unten, tief unten, etwa 2 m 34 cm tief unten, wir wollen nämlich, daß das
meiste, das es gibt, unter uns stattfindet. Was suche ich also jenseits seines
Horizonts, jenseits des Bodens des Wassers, den man nicht sieht, ja, und was
sieht dieser andre Schreiber dort drüben auch? – Bin das etwa ich? Nein, das
kann ich nicht sein, ich bin doch viel fescher, trotz meinem Alter, ich trotze
meinem Alter, das können Sie an meinem Foto sehen, zumindest bis jetzt konnten
Sies, lang wirds nicht mehr so weitergehen, zwei, drei Jährchen noch, wenns
gutgeht, wenns mir hochkommt, nein, das auf dem Foto, das kann ich nicht sein!,
aber da geht einer und geht und sucht und sucht, bitte, wonach, es ist doch
schon alles, was man wissen muß, in der Zeitung gewesen, sogar das Sein selbst,
das in jeder Sekunde ein Gewesenes ist, das eine Menge Gewese um sich macht,
und das wars dann auch schon!, bitte, suchen Sie halt weiter!, diese Wege sind
doch schön und so weit, daß sie zu Fuß in einer Woche nicht begangen werden
könnten, was begehen Sie also so schreckliche Fehler, über andre Wege zu
schreiben, die Sie auch nicht kennen, die Sie aber nicht betreten sollten,
falls Sie sie finden, wenn Sie wissen, was gut für Sie ist. Diese Leute, also
wirklich! Was machen die alle und alle auch noch dasselbe? Sie können von mir
aus oder von mir aus auch nicht ins Kino gehen, ins Theater, in die Oper oder
ins Kaffeehaus, alles Wege, die ich nicht mehr begehe, aber Sie können, also
bitte, gehen Sie! Gehen Sie endlich, wenn Sie heute noch was Sinnvolles tun
wollen, den ländlichen Raum für künftige Generationen erhalten, sich selbst für
niemanden erhalten oder was weiß ich, was weiß ich. Auch nichts. Aber einen
Vorteil habe ich: Nur was ich weiß und was ich nicht weiß, das zählt hier, an
dieser Stelle, von der Sie sich zurecht voll Ekel abwenden. Sie, egal wer Sie
sind, Sie zählen woanders, aber ich zähle hier Erbsen, nein, ich zähle immerhin
bereits die Erbsenzähler, die Erbsen hat schon der arme Robert Walser gezählt,
gewogen und für zu schwer befunden, weil leider Würmer drinnen waren, und diese
wurmigen Erbsen aussortiert, da sie leider von ihren lieben Geschwistern
getrennt werden mußten. Also ich, ich weiß einfach nicht, worüber ich etwas
wissen könnte, zwischen mir und meinem Wissen hat es schon vor Jahren einen
herzzerreißenden Abschied gegeben, zumindest rede ich mir das ein, sonst könnte
ich überhaupt nicht mehr frei von der Leber weg reden, und ich sage wahr, ich
meine nicht, daß ich wahrsage, wenn ich das könnte, würde ich ja mehr
verdienen, als mir zusteht, und mit dem hier verdiene ich gar nichts.
Und das Virus, das mich gestern unerwartet
heimsuchte, das habe ich schon überhaupt nicht verdient. Ich persönlich
verbinde nun mit diesem unangenehmen Virus der Liebe kein Wollen, daß der andre
sei, wie er eben ist, sondern ein Wollen, daß der andre sei, aber so wie wir es
wollen (Herr P. hat das sehr konsequent versucht, am lebenden Objekt, aber
fragen können wir ihn nicht mehr, was für ein Triumphgefühl man dabei hat, wenn
der andre sein muß, wie man selber will, nicht mehr, nicht weniger, und
keinesfalls mehr als man selbst. Wenn N. einmal oder mehrmals darüber schreiben
wird, wird sie das besser und genauer ausführen können als ich, was im Prinzip
jeder könnte, aber sie wird es besonders schön machen), zu wünschen, zu wollen,
zu verlangen, zu befehlen, also sowas kann man nur mit einem Kind machen, es so
zurichten, es für sich zurichten wollen, ein Erwachsener müßte gleich getötet
werden, der würde sonst dort unten in dem Verlies, wo sogar die Luftzufuhr
gedrosselt werden konnte, mit einem selbstgebastelten Pracker, einem Stab (ich
vielleicht mit einem Stabreim? Aua!) auf den Peiniger warten, sowas geht nur
mit einem Kind, deswegen hat er sich ja eins geholt, der später mit Erfolg
Geköpfte, zusammen mit einer Kopflosen, wie ich mich neuerdings nenne, aber ich
werde nicht mehr lang genannt werden, keine Sorge, wie, ich soll verschwinden?
Aber gern! Vielleicht tauche ich, falls ich es nicht verhindern kann, noch ein
paarmal auf, aber wenns nach mir geht, überhaupt nicht mehr. Ich bin ganz
zufrieden dort, wo ich bin, dort unten, wenn auch nicht in einem Erdloch, nein,
auch nicht im Wasser, ich schwimme nicht, mich zieht es eher hinunter, hinab,
keine Ahnung. Wer übernimmt jetzt? Sie? Cobra, übernehmen Sie! Aber dazu muß
man erst mal ein Mann sein, wozu? Keine Ahnung! Aber jeder Mann ist besser, man
müßte bloß einer sein und am besten nicht nur einer! – obwohl Frauen das jetzt
auch machen, aber was kriegen die? – und sich in die Luft sprengen und seine
eigenen Körperteile versprühen, dann kriegt er eine ganze Menge Jungfrauen für
eine einzige Person, für sich selbst, mit denen wir Weintrauben im Paradies
essen können oder kriegen wir die Weintrauben allein, weil die Jungfrauen
Brillantohrringe wollen und sich derweil von einem Scheich für ein paar tausend
Dollaros ficken lassen, Jungfrauen für $5000.– das Stück? Sollen die Trauben
etwa uns essen?, nein, das kann nicht sein, und ich schweife immer nur ab, aber
wieder nicht aus, ich habe meinen Pfad leider vollständig verloren, meine
Taschenlampe auch, den Plan auch, egal welchen, ich habe nichts mehr und keinen
Sinn, das ist ja immer mein Hauptproblem gewesen, ich weiß ja nicht einmal,
wovon bei mir selbst die Rede ist, doch ich habe Preise dafür gewonnen, wenn
auch wahrscheinlich nicht für meine Ausschweifungen, für die hätte ich nicht
einmal eine Tupperwaredose gewinnen können. Also wenn ich das Badezimmer
verfliesen möchte, wie das die arme kleine N. unter den sachkundigen Augen des
damals noch nicht geköpften Ingenieurs (was hätte der uns allen noch erzählen
können! Ein Jammer, daß der tot ist! Ich kann das nur immer wieder betonen, zum
tausendsten Mal: ein Jammer! Damals hatte er noch seine scharfen
Handwerkeraugen, und sie waren noch mit dem, was er für sein Gehirn hielt,
verbunden!) tun mußte, und dem ist offenbar kein Sprung in der Schüssel, keine
Unebenheit in der Glasur entgangen, der wußte, wie sowas ausschaut (was hat das
mit Nachrichtentechnik zu tun? Das mit der Nachrichtentechnik und ihm war
sowieso eine Legende), dann mußte das Mädchen es büßen, daß sein Meister einen
Sprung in der Schüssel und die Fliese einen Sprung aus sich heraus hatte
(wahrscheinlich wollte die auch wegrennen und hat sich dafür eine typische
Lehrlings-Watsche gefangen!), aber ich, ich hole mir gleich einen Fachmann
dafür, und wenn der was falsch macht, dann hole ich die Polizei und das Gericht
und einen Herrn Anwalt oder eine andre Respektsperson, der man mehr glauben
wird als mir. Aber warum sollte man mir denn glauben, da man dem armen
gefangenen Kind auch nicht glaubt, so verallgemeinert will ich das nicht
stehenlassen, aber viele glauben ihr nicht und sagen das auch, es ist
unglaublich. Es ist vielleicht das Unglaublichste, was ich je gesehen oder
selbst erlebt habe (null erlebt bisher, nicht einmal Party, aber das ist was,
daran krall ich mich fest, auch wenn ich es nicht selbst erlebt habe, nochmal
Glück gehabt, aber mich hätte man nicht mal gestohlen, auch wenn man mich nicht
hätte kaufen können!), das muß ich registrieren, damit ich es nicht vergesse,
das ist sehr wichtig, denn ich selbst erlebe ja nichts (auch wenn ich das
ständig herunterleiere, ich habe seit dem letzten Mal, und das ist Jahre her,
wirklich nichts erlebt, Ehrenwort!, das ist ein Rekord!), und sowas würde ich
schon ums Verrecken nicht erleben, das Verrecken würde ich ums Verrecken nicht
erleben wollen (bitte, andre würden vielleicht schon, vielleicht würde ein
anderer es als ultimative Erfüllung der romantischen Liebe erleben, was weiß
eine Fremde, die ich der Liebe gegenüber bin, den Hl. Schriften gegenüber
weniger?). Ich könnte mich deswegen aber zerreißen vor Wut, das ist doch krank,
oder?, dabei geht es mich gar nichts an, das ist das Kreuz mit den Schreibern,
sie toben vor Wut wegen gar nichts, und dieser Schreiber dort, er ist grad als
mein früherer Herr Jesus wieder auferstanden, habe ich vorhin gelesen, der hat,
glaub ich, auch eine Wut, der schreibt und schreibt, keine Ahnung wieso, aber
ich tus ja auch, ich kann ihn gut verstehen, er schreibt ja verhältnismäßig
einfach, es geht ihn überhaupt nichts an, und es geht auch sonst niemanden was
an, schreib es auf, aber auch dann geht es nicht von alleine und geht niemanden
auf den Geist, der traut sich was, der schreibt es doch glatt wirklich auf, da
steht es auch schon in dieser schönen glänzenden Zeitschrift, ab heute steht es
dort, und ich, wo stehe ich? Ich Hochmütige, ich meine: ich Hochgemute? Ich tue
es hier ganz privat und gemütlich und schön weich, obwohl ich lieber hart wäre,
aber man kann es sich nicht aussuchen, in meinen eigenen Seiten, und da soll
ich auch noch an meine eigenen Geschlechtsteile gehen, wo ich eh keine Zeit
habe, weil ich meine Hände fürs Schreiben brauche?, die mach ich dann womöglich
auch noch kaputt in meinem rasenden Zorn, meine Muschi, meine arme, jawohl,
auch in meinem Alter hat man noch eine, Sie würden sie aber vielleicht nicht
als solche erkennen und wiedererkennen natürlich schon gar nicht! Es gibt ja
keinen von Ihnen, der sie je gesehen hätte, und einer von denen, die sie sahen,
hat gleich weitererzählt, wie sie ausschaut, und sie hat dann sogar einen
Auftritt in einem Buch bekommen, ist das nicht fein? Ich nenne das Buch nicht.
Es war ein ganzer Roman, meine Muschi nur ein Detail davon. Und sein Autor
ärgert sich, ROFL meinerseits! Keiner von Ihnen gibt was auf mich, naja,
vielleicht einer. Keiner hält auf mich. Keiner hält mich auf. Ich zerreiße mich
selbst, wie Rumpelstilchen, das keinen Stil hatte, andre haben aber auch
keinen, also wozu? Es ist verständlich, ich verstehe nicht was, aber dieser
wiederauferstandene Schriftsteller dort wird es schon wissen, daß man andre
Menschen quälen und terrorisieren und beherrschen möchte, bitte verzeihen Sie
mir diese banalen Ausdrücke und drücken Sie sich an dieser Stelle anders aus,
besser, aus mir spricht nur der Neid, aus Ihnen könnte Besseres sprechen, ja,
sprechen, das können Sie sicher mühelos, und es ist Ihnen auch ausdrücklich
gestattet, weil ich hab keine Lust dazu, hier dürfen Sie alles, aber ich muß es
auch dürfen, daß Liebe ohne so etwas (jetzt hab ich vergessen was, bitte
ergänzen Sie auch dies mit Ihren kostspieligen Ergänzungsmitteln, die wir
bereits aufgezählt haben, wenn auch nicht alle, sie würden unseren Rahmen
sprengen) nicht denkbar ist, denn es stellt sich mir niemand zur Verfügung, den
ich quälen und treten könnte, und daher liebe ich niemanden und hasse ich
niemanden und betreue niemanden, treu bin ich schon überhaupt nicht, nur
gezwungenermaßen, und ich traue auch niemandem (und ich kann niemanden trauen,
wunderbare Sprache, aber trotzdem: Ich bin doch keine Standesbeamtin! Ich bin
nicht einmal von Stande und zu nichts imstande, also weg damit!), und so muß
ichs mit mir selber machen, es besorgt mir kein andrer, was ich brauche. Aus
mir spricht nichts als Neid. Hallo, hier spricht der Neid, könnte ich bitte
Frau J. sprechen? Danke. Und wenn es das Falsche wäre, was ich kriege, hätte
ich doch das Recht, es mir zu besorgen, mir was andres zu besorgen, und wenn
ich dann merke, daß es wirklich das Falsche war, nachdem ich meine eigene
Verpackung aufgerissen habe, aus der es davor schon herausgerieselt ist, denn
da war so ein kleines Loch drin, nicht wahr, nachdem ich also, zu spät, zu früh
(das meiste ist schon ausgelaufen, ein Schiff wird kommen) dies merke, dann
werde ich klagen, auf der Stelle, die ich genau kenne, kein Wunder, sie ist ja
sehr klein, jemanden anklagen, das mach ich nun wirklich dauernd; seit ich
überhaupt reden kann, hab ich schon jemanden angeklagt, als ich noch niemand
anderen kannte als höchstens noch Papa, der mir aber immer fremd geblieben ist,
der mit dem Finger auf meine Mutti und ihre Muschy (meine Tante hat so
geheißen, echt!) gezeigt und sie genau wie ich angeklagt hat, weil diese Frau
wiederum dauernd was von uns beiden was wollte, was wir nicht zu geben hatten,
das wir nicht einmal kannten, die ganze Zeit klage ich und klage ich, eine
dumpfe Pflicht scheint es mir zu gebieten, und was hat es mir FFS genützt? Papi
hielt, sicher aus Furcht, immer zu Mama, jammer, der war doch hochgradig
bedürftig, der Mann, aber er hat gehalten, wenn auch nicht sehr lange und
keinen Ball, denn einen Schmal– und einen Breitensport hat es bei uns sowieso
nie gegeben, außer dem Klagen, das war der einzige Sport, den wir beide uns
gegönnt haben. Doch ich seh schon, das Anklagen ist sogar noch besser, als
einfach nur zu klagen, vielleicht besorgt es mir deshalb niemand? Weil er Angst
hat, daß er nachher geklagt wird oder daß nachher von mir geklagt wird, ach
was?! Wer weiß? Und ich habe doch auch den Filialleiter der Raiffeisenbank, die
mich jetzt vielleicht auch noch klagen wird, nicht antworten lassen auf die
Drohung, daß der Schuldner jetzt in den Ausbildungsverkehr gerät oder gleich in
den Arbeitsverkehr, mit mir, die ich das aufschreibe und ihm seine Schulden ans
Leben vorrechne, solange bis das individuelle Verkehrsaufkommen nachläßt, was
derzeit gerade der Fall zu sein scheint, der Schuldner ist mir etwas schuldig,
nein, der Bank, mit einer Bank sollte ich mich nicht vergleichen, denn mich
besitzt niemand, na, vielleicht ist er nicht mir was schuldig, aber schuldig
ist er, nicht mehr, aber auch nicht weniger als mein Leben plus 0, 25% Zinsen
zusätzlich, die er mir nicht geben will, der gemeine Hund, und er wird
vielleicht verurteilt, weil er es mir vorenthält, er gibt zu seiner rührenden
Verteigigung (Weichei! Du mußt ja erst noch hartgekocht werden! Aber dann geht
sich das mit dem Teig nicht mehr aus), dieser rückgratlose Mann, ich meine zu
seiner Verteidigung an, er, der Schuldner, wie ich ihn in Folge, aber auch
diese Folge wird kurz sein, wie ich ihn also kurz nenne, habe das getan, da er
nichts mehr zu erwarten ist, äh, da von mir nichts mehr für ihn zu erwarten
sei, er könne seine Türklingel genausogut abstellen und den neuen
Wohnzimmerschrank im Versandhandel abbestellen, seine ganze Familie kann er
noch dazu ausrotten, auch auf Kredit, mort à crédit (das heißt: töten Sie
jetzt, zahlen Sie nachher in aller ewigen Ruhe, die sie den anderen als
Vorschuß bereits bezahlt haben), und das Haus und dessen neue Käufer dazu kann
er auch gleich in die Baugrube entsorgen (endlich keine Sorgen mehr!), und die
wird größer sein müssen als N.s gemauertes Erdloch im Garagenbereich, unter
diesem Bereich, der ihr (N.s) ganzes kleines Reich gewesen ist, lag der Kredit
verborgen (unter jener Art Panzertür), den prinzipiell nur Tote bekommen können,
so spart sich die Bank eine Menge, auch die Unterschrift des Kreditwerbers,
obwohl es mehr Tote als Lebende gibt, nur sind und bleiben die meisten von
ihnen still und insolvent, bis sie sich eben aufgelöst haben, und selbst dieser
ist ein Bereich, wo sich eigentlich das schöne rote Auto als Decke drüber
besser machen würde als eine Panzertür, wie wärs mit einem BMW?, nicht
schlecht, hab jetzt die Bauserie vergessen, und dennoch sei von ihm nichts mehr
zu erwarten, das ihm noch helfen könnte, gibt der Schuldner an, keine Ahnung
welcher, denn wir sind alle Schuldner, und es wird uns immer gerade das Liebste
genommen, von ihm komme nichts mehr, sagt dieser Schuldbeladene, im Gegenteil,
er erwarte sich etwas von der Bank, die seine Bank ist, und vom Versand, der
sein Versand ist, nur verschickt er ihn nie, er schickt ihm nur Sachen, die der
Schuldbehaftete schon wieder nicht zahlen kann, doch er will es jetzt ändern,
daß er überhaupt Schulden hat, daß er bis zu eineinhalb Stunden pro Tag im Stau
verbringen muß und verbracht hat, Zeit, die das Leben ihm schuldig geblieben
ist, im Verkehr, wenn er Glück hatte, im fließenden Verkehr, wenn auch nicht
mit anderen, denn dann wärs stockender Verkehr, ja, ich sehe mit eigenen Augen:
die mittlere Fahrtweite hat sich aufgrund der lückenhaften
Kommt-Nicht-In-Infragestruktur, ich meine Infrastruktur vervielfacht, nur die
Menschen werden weniger, das ist seltsam, denn wenn es weniger Menschen gibt,
fahren auch weniger von ihnen auf den Straßen herum, dideldum, ja, der Personenverkehr
nimmt zu, kein Zweifel, aber die Menschen nehmen dafür, naja, nicht gerade
dafür, ab, wenn sie es nur richtig wollen, doch es ist schwer, so viele Diäten,
und so wenig Diäten dafür zur Verfügung!, das alles läuft parallel zur
wirtschaftlichen Entwicklung, die aber auch meist abnimmt, derzeit nimmt sie
wieder etwas zu, glaub ich, aber das ist ein seltenes Ereignis, auch wenn die
Kredite nicht mehr bedeckt werden können und nackt bleiben müssen, eine
Katastrophe für die Banken, nein, doch nicht, man sagt, nächstes Jahr werde sie
wieder abnehmen, die Entwicklung, welche auch immer, wenn ich das doch auch
könnte!, ich erstrebe Tiefgang für mein Werk, denn Tiefgang macht Spaß, so, ich
verstehe nun gar nichts mehr, und wenn ich mein eigen Werk nicht mehr verstehe,
dann muß es schon sehr tief sein. Bloß daß der öffentliche Verkehr in seiner
derzeitigen Form im ländlichen Raum keine Alternative zum motorisierten
Individualverkehr ist, das ist mir klar, und das war schon vor fünfzig Jahren
so, da ich den ländlichen Raum so richtig kennenlernen durfte, von seiner
besten wie von seiner schlimmsten Seite und Sorte, wenn auch nicht lieben
konnte, der Schrift-Leiter (nicht der Schrift-Steller!) antwortete auf all das,
was ich beim Schreiben schon aufgegessen und vergessen habe, im Gegensatz zu
dem Mann, den ich bereits zu oft genannt habe und mich nun nicht mehr zu nennen
traue, Sie wissen, wen ich meine, dem alles, was er schreibt, wahnsinnig
wichtig ist, ganz offenkundig, sonst würde er uns ja nicht daran teilhaben
lassen: Danke, Herr Dr., daß Sie mich ins Sprachspital überweisen wollen, weil
Sie hier in Ihrer Ordination nichts mehr für mich tun können, doch ich bleibe
hier, das wars dann, mehr Glück beim nächsten Mal! Und grüßen Sie die Frau
Gemahlin von mir. Ja, es gibt Menschen, die können sich Höflichkeiten leisten,
denn wenn sie nicht höflich sind, verlieren sie ihren Job. Das ist noch nicht
das Ende unserer Ausschweifung, und es ist gewiß nicht das, was Sie unter
Ausschweifung verstehen, denn es fehlt z. B. die Musik. Also auf die Musik
können Sie bei mir nicht zählen. Mit der bin ich fertig. Mich interessieren
jetzt Menschen, und zwar das Menschliche an ihnen. Auf dieses Mädchen z. B.
kommt es an, ja, die kleine N. ist viel lebenstüchtiger als ich, und das war
sie schon mit 10, da hat sie bereits das Geld gekannt, das ich bis heute nicht
kenne, und die U-Bahn und etliche Wiener Gemeindebezirke und sogar Ungarn, wo
ich überhaupt noch nie war, wozu allerdings nicht viel gehört, ich meine dazu,
daß sie das alles kannte, gehört noch nicht viel, denn um etwas nicht zu
kennen, dazu gehört wirklich viel mehr, äh, da stimmt was nicht, egal, also:
aufgepaßt! Ich schreibe hier sagen wir mal noch fünfzig Seiten mehr oder so,
und Sie können mich einfach nicht aufhalten, Sie können jetzt natürlich noch
fünfhundert Seiten selber schreiben, aber ich, ich werde Sie dafür zuerst
verfluchen und dann beneiden, Sie werden das allerdings gar nicht erst zu
spüren bekommen, und ich darf so etwas Negatives über gewisse Personen hier
auch gar nicht schreiben, nicht einmal andeuten, dafür können Sie mich nämlich
so leicht am Arsch kriegen wie eine Bremse die Kuh oder eine Bremse, die nicht
funktioniert, das Auto. Also ich, ich achte jetzt immer darauf, nicht zu sagen,
was und wen ich überhaupt meine, wer sollte mich also klagen?, und wenn es
soweit ist, wird jeder jeden vergessen haben, mich auch, zum Glück, aber Sie
ebenfalls, leider werden Sie es kaum spüren, wenn ich Sie an den Eiern
erwische, aber nur Stoff zwischen den Fingern spüre, und es wird auch nicht,
wie die Hinrichtung Saddams in den kleinen Bildern von Fototelefonen, ich meine
Fotohandys, gezeigt werden, wie jemand verflucht wird, hier ein Fluch für Ihr
blödes Gewäsch, das sich gewaschen hat, und dort noch einer, extra für Sie, Sie
Bade-Waschel Sie, nehmen Sie den Schwamm, gehen mal Sie in die Grube und
waschen Sie den BMW von unten, dort hat er es extra nötig, wie jeder, der Boden
ist der Erde nah, wo die Leichen wohnen, Sie können auch gleich einen
Unterbodenschutz aufbringen (falls es das überhaupt noch gibt, ich hab schon so
lang kein Auto mehr) und den Rahmen mit Ihrem Schweiß tränken, damit er schnell
wieder rostet, ich meine, Sie können ihm eine schweißen, dem Rahmen und seinen
Rahmenbedingungen, und eine feste Dachtel können Sie von mir als Lohn noch dazu
haben, mehr aber nicht, die aber dafür gratis, nein, ein Dach kriegen Sie nicht
auch noch dazu EOD. Hat die Zeitung Ihnen was gezahlt, daß sie in ihr blöd
herumstehen dürfen, antworten Sie? Ja? Die sind auch solche Schwächlinge, daß
sie zahlen für etwas, das jeder, der sprechen kann, anders sagen würde als Sie.
Ich ärgere mich so über Journalisten, aber aus mir spricht der pure Neid, daß
sie immer andere mehr loben als mich. Rein und unverfälscht ist mein Neid, die
Natur ist ein Dreck dagegen, was sie sowieso ist. Wir schweifen nun schon
wieder leider die ganze Zeit ab, wir parken nicht ein, dafür sind Zeit und Raum
schließlich da, dafür ist eine Montagegrube in einer Garage da, der Wagen kommt
genau darüber, und es kracht so, wenn das Raum-und-Zeit-Kontinuum durchstoßen
wird, was physikalisch absolut unmöglich ist, das steht auf diesem Zettel, den
man mir grad dargereicht hat; vergessen Sies also sofort wieder, sonst setzts
was durch die Physik, und es gibt dann wirklich ein Loch in der Atmosphäre!,
so, und trotzdem haben wir jetzt diesen Mazda bei unserem Herumtorkeln und
Um-uns-Schlagen, da sich kein andrer um uns schlägt, leider verkratzt,
ausgerechnet beim Einparken, da er endlich stehenbleiben und keinen Schaden mehr
anrichten sollte, bitte, der war schon vorher nicht mehr neu, also, wir
peitschen nun halt nicht mit unseren Schwänzen durch die Stringtangas der Zeit
(war das nicht schon? Also das mit den Wurmlöchern war sicher schon, ich
vergesse sofort, was ich geschrieben habe, das ist ein seltsames Phänomen, das
auch Sie sich nicht erklären können, denn es hat ausschließlich mit meinem
Gedächtnis zu tun. Sie wissen nur, daß Sie das nicht mögen, was ich schreibe,
und damit haben Sie ganz recht, ich mag das Schreiben an sich schon nicht
besonders, kann aber auch nicht ruhig sein, so probiere ich DAU jetzt, das
Pferd von hinten aufzustellen, dann hängt es allerdings vorn wieder in der
Luft), wir haben nämlich keinen Schwanz, den wir durch ein Wurmloch stecken
könnten, nicht einmal einen so dünnen kleinen haben wir, nicht wahr, aber den
brauchen Sie ja gar nicht, Sie Kopfloser, den ich gern beschimpfen würde, wenn
ich mich nur traute, da man mir nicht traut, egal welcher Kopflose, es gibt so
viele, und wir nehmen gern auch alle, denen das Genick vom Leben gebrochen
wurde, einer von denen wird sich schon finden, nur damit er hier vorkommen
darf, er kann sich eh nicht gut bewegen, aber es sind auch Frauen darunter,
bäh! Einen Schwanz haben die nicht, was weder sie noch mich ärgert, denn all
dieser Ärger ist endlich vorbei, die Geschlechter sind vollkommen gleichwertig,
ich will das so, und man kann sich aussuchen, welches man möchte (das war
früher anders, da hätten sie noch Männer sein wollen, jetzt hat sich aber
endlich herumgesprochen, daß die Frau gar keinen Schwanz braucht, um Unheil
anzurichten oder das Essen, man kann Konservendosen nämlich auch mit was andrem
aufmachen, mit etwas, das ich aber auch nicht habe), ich zähle also nicht
einmal bis drei, und Sie sind immer noch nicht verschwunden, und daß ich weder
schreiben (das wissen alle) noch rechnen (das sage ich Ihnen in diesem
Augenblick, verpassen Sie ihn bloß nicht!) kann, das ist mir oft vorgeworfen
worden. Aber wie kann man einem Menschen seine Natur vorwerfen? Sehen Sie! Das
denkt jeder gekränkte und beleidigte Mensch, wie ich einer bin, ich glaube, daß
das an seiner Natur liegt, welche die andren nie erkennen, weil sie doch auch
diesen Menschen überhaupt nicht kennen, den sie da gröblichst beleidigt haben,
nun, ich gebe ihnen die nötige Auskunft und wechsle soeben am Schalter, an dem
ich nicht sitze, meine Natur in Bargeld um, die mir so viel Unglück beschert
hat. Wenigstens das Geld hab ich. Schau an, da steht ja eine neue Tonanlage,
egal für welche Töne, vielleicht sollte auch ich endlich einmal den Ton
wechseln, wenigstens den Tonarm, die immer gleiche Leier austauschen, aber
sowas wie diesen Arm gibts auch kaum noch, da entsteht vielleicht sogar eine
ganz neue Tonlage, nein, doch nicht, möglicherweise zum Zweck der Ausführung
romantischer Liebe, die wir uns alle so wünschen, es entsteht der wunderbare
Sopran von Anna Netrebko und dem, wie heißt der dazugehörige Mann: Rolando
Irgendwas, Ronaldo Sowieso, der doch unlängst seine Stimme verloren hat und
daher hier nicht mehr vorkommen wird, und es könnte den Liebenden, falls sie
von allgemeinem Interesse wären, sogar noch Gemeindebudget vom Herrn Kultur
dazugegeben werden, damit die Funktionsfähigkeit unserer Gefühle und darüber
hinaus (welches Gefühl will nicht über sich hinausreichen, um ein besseres
Objekt für sich zu finden?, und die besten Gefühle wollen schon gar keine mehr
sein, weil sie dann reisen müßten wie eine Träne, also ich reise nie)
gefühlsecht gesteigert werden kann. Mein Gefühl gilt stattdessen, ja, ich habe
mich umgewöhnt, es gilt ab sofort diesen Wegelagerern, äh, nein, den
Wegeanlagen, weil sie so schön im Abendlicht erglänzen (davon haben natürlich
mehr Menschen etwas als von der Kultur, und diese Menschen haben meist auch ein
Mountainbike), diesen Analanlagen, auf denen man sogar mit einem einspurigen
Fahrzeug noch verunglückt, weil sie sich zwar Wegeanlagen nennen, aber nicht
einmal Saumpfade sind, mit denen die Landschaft eingesäumt ist, damit sie sich
nicht auflöst, Anlagen also, die in nichts als ins Nichts und in den absoluten
Schrecken führen, damit was gewahrt bleiben kann?, also meine Freundin O. ist
nicht bewahrt geblieben, die hätte dort fast ihren Unterschenkel liegenlassen
müssen, wenn ihn ihr nicht einer wieder angenagelt hätte. Aber es muß einen Weg
geben, sagen der Psychologe, der Arzt und der Apotheker. Damit gewahrt bleiben
kann: die Funktionsfähigkeit von irgendwas, das wir unbedingt brauchen, damit
der andere näher an uns herankommen kann, ja, manche unserer Organe sind auch wichtig,
aber sie bringen uns unserem Nachbarn nicht näher, andre Organe wieder brauchen
wir nicht so oft (wir brauchen keine Organmandate, und die Milz, die brauchen
wir auch nicht, die Galle: brauchen wir nicht, und die Schilddrüse kann durch
ein Medikament durchaus vollständig und restlos ersetzt werden), ich sagte es
vorhin, aber Sie haben es sicher schon wieder vergessen, wir brauchen diese
Anlagen, ich habe selber schon vergessen welche, ich hatte früher selbst
ziemlich gute Anlagen, aber die sind jetzt mit was weiß ich überwachsen, und da
ich nicht einmal ahne, was das ist, dieses Gebüsch, nähere ich mich ihm lieber
nicht, es könnte giftig sein, zumindest Brennesseln könnten drin sein, also wir
brauchen sie, unsere Anlagen, vor allem solche, die Frieden bringen, ich meine,
die eingefriedet sind, also z. B. Parkanlagen, denn Menschen können anders
nicht bewahrt werden als indem man sie einzäunt oder vergittert, Wege aber
können schon bewahrt werden, und wir geben eine Menge Geld aus, um sie zu
sanieren, ja, meinetwegen auch, damit die Sanitäter darauf zu uns kommen
können, wenn wir einen schweren Unfall mit der Fahrerflucht, dem Motorrad oder
mit der Kreissäge hatten und uns plötzlich eine Hand fehlt, zur Strafe, daß wir
damit soviel Lärm gemacht haben, die Hand kann vielleicht wieder angenäht
werden, okay, ich bin ja schon ruhig, nein, noch lange nicht!, das alles liegt
Ihnen fern, das obliegt ohnehin zum überwiegenden Teil den einzelnen Gemeinden
und den jeweiligen Fangemeinden. Freunde werde ich mir damit keine machen, aber
jetzt hat mir jemand endlich den ultimativen Befehl gegeben und mir damit einen
entsetzlichen Schrecken eingejagt, es ist mal wieder soweit, wie jedes Jahr,
ich kann mich also beruhigen, es kommt jedes Jahr, immer ein neues, und ich zahle
nie, es kommt daher eine ultimative Zahlungsaufforderung an die Dichter,
endlich besser zu erzählen oder gar nicht, uns an einem ungeheuerlichen
Schicksal wie dem der kleinen N. ein Beispiel zu nehmen und es an unseren
eigenen Leibern anzuwenden, damit endlich ein anständiges Fleisch-Erzählen da
ist, in das man hineinschneiden kann, bis es wieder nicht blutet – wieder
nichts! Wir bekommen dieses Schicksal nicht und bekämen wir es, bekämen wir es
nicht in den Griff, und von uns ist daher nicht die Rede, was die Poster, also
diejenigen, die in der oder jener Zeitung posten, fürchterlich erbost, die ja
von sich sprechen wollen, indem sie über etwas andres sprechen, und alles, was
sie schreiben, ist durch sie hindurchgefiltert, durch diese schmalbrüstigen Hemden,
durch die sogar die Sonne noch durchscheint, aber sie taugen nicht einmal als
Filter, sie sind Löcher, durch die alles hindurchgeht, folgenlos. Jeder, der
schreibt, tut es auf eigene Gefahr, aber zum Glück besteht dabei überhaupt
keine Gefahr FO. Erwischt! Zahnbelag! Nein, doch nicht, er hat immerhin den
neuen Grünen Veltliner vom Bründlmaier erwischt, dieser Dichter, und jener dort
auch, und das kann er sogar auf Deutsch, was dem Griechischen am ähnlichsten
ist, aber Griechisch kann ich nicht und mache ich nicht, bitte, das ist mir
zuwenig, was ich kann, aber auch zuwenig für jeden anderen. Vielleicht finde
ich es noch selbst, um es Ihnen zu zeigen, das Entsetzen, um es zu zeigen, aber
da muß ich erst N. fragen, sie kennt es, dieses hübsche freundliche blonde
Mädchen kennt es, man würde es kaum glauben, wenn man es so sieht, das Mädchen,
so lieb ist es, wir bleiben da, wir bleiben in Kontakt, wir halten den Kontakt,
und wir halten ihn gern!, den wir noch gar nicht geknüpft haben, wir finden
ihn, indem wir ihn halten wollen, nicht mehr, wir stecken den Finger hinein und
gehen in Flammen auf, denn es war eine Dose, und keine mit Prosecco drin, es
war eine Steckdose, und das ist noch gar nichts. Wir bleiben alle da,
hurra. Sie sind wohl nicht ganz bei
sich, also in dieser Kritik, mein schönes Werk betreffend, sind Sie es mit
Sicherheit nicht! Was haben Sie da wieder hingeschmiert? Ich kann Sie nicht
leiden, doch aus mir spricht bloß der Neid auf diejenigen, die Sie leiden
können. Aus Neid auf die Lebenden verschwinde
ich jetzt in das Zwischenreich der Scheintoten, aber den Schein, den brauche
ich dann gar nicht mehr. Das Verschwinden kann ich diesem Menschen und dem dort
drüben auch nun wirklich nicht anschaffen, aber anlasten kann ich ihnen mein
Verschwinden, na gut, verschwinde ich halt wirklich. Ich bleibe demnach genau
dort, wo ich bin, nur sehen können Sie mich nicht mehr. So würde ich
Verschwinden definieren, die meisten vermeintlich Verschwundenen tauchen ja
wieder auf, aber ich fürchte, dann bleiben auch Sie, wo Sie sind, liebe Frau
K., und das ist mir zu nahe, aber ich: Woanders kann ich nicht hin. Also muß
wohl dieser Kritiker meines armen Werks gehen, wie ich ihm bereits anschuf,
oder nicht mehr in der Zeitung schreiben, das verbiete ich ausdrücklich, wer,
den ich nicht riefe, hörte mich trotzdem?, der arme Rilke, der kommt hier
zu oft vor und woanders auch, das kann er
nicht gewollt haben, und weil ich andren Menschen dauernd was verbieten oder
anschaffen will, ist nun auch dieses Häuschen letztendlich meine letzte
Bastion, also ein Loch ist es nicht direkt, aber viel fehlt nicht mehr. Darin
treffe ich mich schlußendlich mit jener Brigitte, die ich noch nie getroffen,
die ich aus dem Nichts heraus erfunden habe, und so schaut sie auch aus (Wer isn
die? Auf die haben wir ja ganz vergessen! Die ist ja auch noch da, eine Frau im
Wartezustand, von mir zur Wartung einbestellt und dann vergessen. Die ist sogar
die Hauptperson, das würden Sie nicht glauben nach all dem Schmus einer
beleidigten, angealterten, beschirmten, beschimmelten Leberwurst hier, was?!
Über alldem nur Brigitte nicht vergessen, wie ich einst, vor Jahrzehnten schon
über eine andre schrieb, zum Glück ist es deswegen nicht wahrer geworden, alles
völlig überflüssig – ist das nicht
toll?! Seit wir schreiben, vergessen wir die Leute, über die wir schreiben, und
müssen sie mühsam wieder zurückholen und mit ihnen Schach spielen, kann ich
nicht, ich meine, sie in Schach halten, damit wir von ihnen nicht auch noch
träumen müssen, wir haben von ihnen schon genug, bevor wir genug Schrift
angehäufelt haben, damit die Pflanzen des Seins es darunter im Winter warm und
gemütlich haben und nicht uns mit ihren Wünschen pflanzen. Wo kommt denn diese
Klammer schon wieder her?). Bitte beachten Sie nicht: Hier ist mit dem
Sich-richten-auf die Hinblicknahme gemeint, nein, schauen Sie nicht hin, es ist
AYOR, wie der Diktator da aufgeknüpft wird in seinem eleganten Wintermantel,
mit dem schwarzen Tuch um den Hals, damit das Seil nicht scheuert, es ist so
entsetzlich, daß es das Entsetzen selbst sein könnte, nein, ist es nicht, denn
ich kann es noch anschauen, ich kann noch hinschauen, und ich bin hier der
Maßstab, der Maßstab für den absoluten Durchschnitt, der braucht ja auch seinen
Maßstab, sonst weiß er nicht, wo die Mitte ist, nicht einmal ungefähr, und ich
bin immer eher darunter, ein klein wenig unter dem Durchschnitt, so messe ich
mit einem Maß, das ich krampfhaft zitternd über meinen Kopf halte wie der
Priester die Hostie bei der hl.Wandlung, damit ich größer ausschaue, gleich
fällt er mir runter, mein Maßstab, ich kann ihn nicht länger halten, und wenn
die Hostie fällt, wird sie unrein, und die ganze Kirche muß anschließend
desinfiziert werden, so hat man es mir
berichtet, so hat man es mich einst gelehrt, und meine Mitte habe ich jetzt
auch wieder nicht gefunden, ich brauch sie eh nicht; nein, eigentlich wollte
ich die Zugänglichkeit bzw. die Zudringlichkeit meiner Quelle messen, nein,
Entschuldigung, das auch nicht, schon wieder hat der pure Neid aus mir gesprochen
und muß mit Mineral- oder simplem Leitungswasser verdünnt werden, so, ich bin
jetzt aber ganz bei meiner Hauptperson, ich bin jetzt ganz bei Ihnen, ich weiß,
wie eine Hauptperson kommen Sie sich nicht vor, wenn Sie Ihr armes Leben so
betrachten, aber bei mir könnten Sie eine werden, das ist Ihr Vorteil, sonst
schreibt keiner über Sie, lieben Sie mich, los, lieben Sie mich sofort! Ich bin
die einundzwanzigsunbeliebteste Person in diesem Land, ich kann jede Liebe
gebrauchen, die ich kriegen kann. Lieben Sie mich! Dann kommen Sie vielleicht
hier vor, vielleicht aber auch nicht, Liebe allein ist mir fast zuwenig, kein
Wunder, daß ich so unsympathisch wirke, ich will Sie und diese Person, welche
ich erfunden habe, jetzt zusammenführen, kann es aber nicht BS, irgendwann werde ich es
vielleicht können, nein, derzeit gelingt es mir noch nicht, das haben Sie
natürlich schon vor hundert Seiten gesehen, macht ja nichts, ich habs
jedenfalls nicht gesehen, ich hatte damals noch die besten Vorsätze, Ihnen etwas
Schönes und Interessantes vorsetzen zu können, aber leider: Also erzählen kann
ich deswegen noch lang nicht von ihr, dieser Person, nur weil Sie das von mir
wünschen, wie soll ich denn auch erzählen lernen, wenn mir keiner was erzählt,
da ich ja keine Erfahrungen mache, kurzum, Sie sagen, ich soll endlich
aufhören, nein, gewiß nicht kurzum, Sie würden es mir auch ausführlicher
begründen, falls ich oder irgendwer anderer Ihnen zuhören würde: gemeint ist
das Auffassen als das „von wo aus“ des Ansehens, und ansehnlich bin ich ja auch
nicht mehr, vielleicht schaue ich deshalb so scharf hin, ob ich dann nicht
besser aussehe, wenn mein Auge versagt, wenn es mir den Dienst aufkündigt, und
daher kommt es vielleicht, daß mein linkes Auge seit Tagen juckt und brennt,
aua, und unter dem Unterlid zuckt es beinahe ununterbrochen, da muß ein Muskel
sein oder sowas ähnliches, dort muß ich mein Auge festhalten, komisch! Ich habe
prompt jedes Maß verloren, indem ich glaube, mein Auge könnte das Maß für
irgendwas sein; daß ich das geglaubt habe, kommt daher, daß mir der Maßstab
vorhin wirklich, also in natur, echt aus den Händen gefallen ist, wo ist der
jetzt hin? Der kann doch nicht weg sein, das Haus verliert ja nichts, und mein
Haus ist besonders klein, was wollte ich im Grunde aus welchem Grunde sagen,
nein, den Grund seh ich nicht, äh: Mancher meiner Sätze beginnt vor der Klammer
und endet im Nichts, so wie viele seiner Kollegen, so wie das Gefängnis, die
Gefängniszelle, das Verlies, N.s Sache gewesen ist, ob sie wollte oder nicht,
endend bereits nach 181 cm, der Länge nach, sie wollte natürlich nicht, aber
sie konnte keinen tonnenschweren, nicht übertreiben bitte, es waren 150
kg, Betondeckel anheben, das hätte
höchstens der Höchste, Jesus, gekonnt, wahrscheinlich nicht einmal der, der
alles kann und sowas sogar schon gemacht hat, und der hat das, weil er, man
sagt es mir gerade auf einem anderen Zettel, den man mir hereinreicht, das ist
jetzt schon der zweite, weil er alles kann, der Tausendsassa, der nicht im Grab
sitzenbleiben muß, der hat das also doch noch geschafft, über sein Ende hinaus,
das soll ihm einmal einer nachmachen! Nur keinen Neid! BRB steht auf diesem
Zettel, tja, Jesus ist weg, der Stein ist noch da, diesen Trick hat er gemacht,
aber niemandem verraten, leider, nein, auch nicht mir, dieses Häuschen hier,
nein nicht dieses, das hat die Mutter des bei der Kopfverlosung leer
Ausgegangenen, aber immerhin Ausgegangenen, äh, ich meine die Mutter des
Geköpften nun nach der Schienenlegung und der anschließenden Grablegung geerbt,
diese weinende Frau, und wird es für Schadenersatzansprüche wieder hergeben
müssen, obwohl ihr Gatte es einst persönlich, wenn nicht selber, mit eigner
Hand, erbaute, oh, wäre es doch nie erbaut worden, denn wir sind gar nicht
erbaut (jawohl, das mußte ja kommen, buh! FG) davon, zu welchen entsetzlichen
Zwecken, zu welchen schrecklichen Zwecken also es zweckentfremdet wurde, das
Einfamilienhaus, das Familiengrab, und wenn oben die Mama gestaubsaugt hat,
dann mußte das Kind unten in seinem Gefängnis bleiben, und wenn es verhungert
und durch sich selbst ausgeatmet worden und verschwunden wäre in seiner
Lebendgruft, ums Verrecken nicht durfte die Mama es zu Gesicht bekommen, was
hätte die sich denn dabei gedacht, der Sohn hat eine zehnjährige Freundin!, die
hätte sich ja geschreckt, die Mama, aber die Freundin hätte sie vielleicht
gefreut, über jede Freundin hätte die Mama sich vielleicht gefreut, daß der
Sohn, der so einsam ist, endlich einen Anschluß hat und vielleicht sogar eine
Nummer dazu, die er ab und zu schieben kann, sonst hätte er ihn ja selber legen
müssen, den Anschluß, für Gaswasser oder für was weiß ich, keine Sorge, das hat
er gekonnt, Anschlüsse schaffen, mit Material aus dem Baumarkt von dem
bekannten Kunstsammler, ja, genau dem gehört er, der riesengroße Markt mit
seinen Herrlichkeiten auf allen Gebieten, auf denen sein Herrchen sich
auskennt; und unser Handwerkerschweiß, der Kabel verlegt und Kacheln hinklotzt,
der hat ihm sein Museum finanziert, es muß gesagt werden, der Schweiß der
kleinen Heimwerker schafft Kunst, wahre Kunst, die aber immer woanders hängt,
von einem anderen gemacht, der grade AFK ist, das ist gut, wir wüßten sie auch
gar nicht so zu schätzen wie der Inhaber dieser Märkte, der ein Kenner ist, und
ein Kenner war auch der Herr P., der hat einen Sprung in der Schüssel gehabt –
ich wiederhole mich wieder einmal – und einen in der Kachel schon auf einen
Kilometer Entfernung ausgespäht, ausgespechtelt, nicht ausgespachtelt hat, die
Kachel mußte makellos sein, sonst war sie für die Menschheit verloren (soll ich
Ihnen was sagen: In meinem Bad hat ein Vollidiot eine Reihe Kacheln glänzend
und eine Reihe der gleichen Kacheln, ich meine von der Farbe her gleich,
allerdings matt, verlegt, dasselbe in Matt, wohl Mattscheibe gehabt, er hat das
nie ausgebessert, er gab an, sonst müsse er ja alles wieder herausreißen, na,
dem hätte ich den Herrn P. ins Haus schicken wollen, das sage ich Ihnen! Bis
heute muß ich nun bei meinen Selbstschmückungs- und Hygienehandlungen auf eine
Reihe Matt und eine Reihe Glänzend schauen, ist das nicht glänzend, wie ich das
beschreiben kann? Nein. Aber erzählen würde ich es noch nicht nennen, es wäre
aber vielleicht ein guter Ansatz, oder?!), was sage ich da, dazu hätte er ja
aus dem Haus gehen müssen, um einen km Entfernung hinzulegen für einen
kritischen Abstand von der Fliese, von dort sieht man es genauer, und genau wie
ich hat der Herr P. sein Haus nicht gern verlassen, er hätte ja bei irgendwas
sterben können, und dann wäre das Mädchen zeitverzögert dann auch gestorben:
endlich ein andres Gesicht, jedes andre Gesicht wäre besser gewesen als dieses,
das sie als einziges kennen durfte, das kann ich mir gut vorstellen, die Mama
des Täters wäre furchtbar erschrocken bei diesem Anblick, beim Anblick eines
jungen Mädchens im Haus ihres Sohnes, die wäre vielleicht vor Schreck gar
gestorben, wenn die plötzlich ein halbes Kind dort gesehen hätte (sie hätte
sich natürlich gefragt, wo die andre Hälfte ist), dabei war ihr Sohn ja selbst
einmal Kind, daran erinnert sich die Mama sicher gern, die vielleicht geglaubt
hätte, ihr Sohn habe jetzt selber ein Kind, von dem er ihr nichts erzählt hat,
aus Angst vor der Mama, die sich ja vielleicht gefreut hätte, und damit muß sie
jetzt leben, die alte Dame, daß dieses Kind nicht von ihrem später formlos,
ohne Urteil, geköpften Sohn war, denn der Vater des Kindes ist bekannt, er ist
den Behörden bekannt, er ist uns allen bekannt, sonst könnte ich doch hier
nicht von ihm sprechen, was ich sowieso nicht vorhabe, es ist nicht mein
literarisches Vorhaben, über lebende Menschen zu schreiben, denn die klagen
einen sofort, naja, dieser Mann ist tot, aber trotzdem immer noch vom Gesetz
geschützt, noch auf zehn Jahre oder so, nicht wahr, warum tue ich es dann? Weil
ich nichts andres kann und nichts andres kenne als das, was ich gehört oder
gelesen oder im TV gesehen habe, es ist doch so, seien wir ehrlich: Ich kann
nur von Dingen sprechen, die allgemein bekannt sind, denn andre erfahre ich ja
nicht, für eine Erzählung reicht das nie im Leben, eine Erzählung können Sie
also AIS von mir nicht verlangen, das sehen Sie sicher ein, und er, der wahre
Vater des Mädchens, leugnet es auch gar nicht, dieser rührende Mensch, der
immer gewußt hat, seine Tochter ist noch am Leben. Brigitte, von der immer noch
die Rede ist, aber schön langsam glaube ich: unter andrem Namen, unter dem
Namen N., aber das ist sie nicht, sie ist nicht mit ihr identisch und verwandt
auch nicht, schon vom Alter her kommt das nicht hin, so wie die Inspiration ja
auch nicht zu mir kommt, es kommt nicht hin, es langt nicht, auch wenn ich noch
so viel über sie schreibe, die kann ich nicht zusammenbringen, die beiden, das
Mädchen, das alle interessiert, sogar im Ausland, einfach überall,und diese
alternde Frau, die keinen interessiert, Brigitte also wird in diesem Häuschen
enden, da hat sich tatsächlich nicht viel geändert, daß die Menschen enden
müssen, bevor sie noch richtig angefangen haben, aber manche fangen eben zu
spät an, nach ihrem Ende, im Job des Lebens wird bereits von Anfang an die
Richtung vorgezeichnet und dann der Plan an den Mauern, die sie um sich herum
errichtet haben, festgenagelt, damit sich die Menschen auch in sich selbst
orientieren können: oben oder unten. Arbeiten oder arbeiten lassen. Oder
beides. Herr P.: beides! Der hat das geschafft, gleichzeitig oben und unten zu
sein. Stellen Sie sich, von seinem Beispiel entmutigt, einmal vor: Auch
diejenigen, die arbeiten lassen, arbeiten selbst! Warum? Weil sie es können.
Ich nicht, ich schreibe ab, was andre geschrieben haben, aber ich könnte auch
selbst schreiben, wenn man mich zwingen und von meinen lieben Büchern, die
leider immer mehr wissen als ich, trennen würde, was nur mit Gewalt ginge. So,
ich habe jetzt eine meiner Figuren verloren, liegengelassen, fallengelassen,
und diese Figur ist, da bin ich mir absolut sicher, sogar zu blöd, um von
selber wieder aufzustehen, naja, zu blöd, um aufzuerstehen, was nicht schlecht
wäre, denn da wäre er ja wie neu und hiermit ein anderer, das könnte uns allen
nicht schaden. Komm nur, komm nur! Steh auf, Kind! Ja, du auch, meinetwegen,
Lazarus, steh halt auch auf! Du mußt schon kommen, denn ich kann nicht kommen,
ich bin hier angebunden, hier, gleich neben meinem Geist, der nicht einmal so
weit denken kann wie ich vor Wut dieses Stück nach Plastik riechenden Käse
werfen, weil ich mich an der Raspel geraspelt und schwer verwundet habe. Der
inzwischen Geköpfte war in seinem früheren Leben zwar andauernd fleißig am
Schuften (nein, nicht wie Sie am Surfen), aber er wollte, bitte, das war allein
sein eigener Entschluß, und Entschlüsse sind gutes Material für Erzählungen,
vor allem solche, die zu nichts führen, denn man kann dann die Verzweiflung und
Vergeblichkeit des Menschen darstellen, worin man ebenfalls fehlgehen wird, denn
weit kann man bei sowas ja nicht gehen, naja, weit genug, daß man in die Irre
geht, der Herr P. wollte also eine Gefährtin beim Arbeiten mit dabei haben,
mitnehmen, nie mehr allein!, soso, also beides: arbeiten und arbeiten lassen!
Ich bin das Gegenteil, egal wovon, daher verstehe ich ihn ja so gut, denn ich
bin auch immer allein, und ich bin es gern, behaupte ich, natürlich aus Neid
auf die geselligen Gesellen, die ich mir nur im TV anschauen kann. Mir diese
Lüge nachzuweisen, daß ich so gern allein bin, wäre ebenfalls einer Erzählung
wert, aber nicht meiner. Naturgemäß nicht meiner, denn es müßte einer
schreiben, der mich von außen sieht und von innen gleichzeitig, da ich in die
Röhre schauen muß, vielleicht ein Röntgenologe? Solche Alternativen läßt das Leben
nicht jedem, arbeiten und gleichzeitig arbeiten lassen, obwohl in kleinen
Firmen ja traditionell der Chef mitarbeitet, aber eine Firma kann man den Herrn
P. auch wieder nicht nennen, obwohl er eine Art Zweipersonenfirma, eine KEG ja
hatte, mit ihm als Kommandantisten und Komplementär in einer Person,
ausgeschlossen immer N., die durfte in diese Sozietät nicht eintreten, denn die
war ja kein echter Mensch für ihn. Darauf kann man überhaupt und allgemein (das
Allgemeine ist der größte Feind einer guten Erzählung!) stolz sein, daß man
wählen kann: leben oder tot sein. Und das ganze acht Jahre lang! Acht Jahre
lang faktisch tot sein und dann auferstehen. Das ist Rekord. Absolut und
relativ. So lang hätten wir manchmal gern die Wahl, welchen Kühlschrank wir uns
kaufen, welche Geschirrspülmaschine, aber wenn wir in diesen Fragen so lang
überlegen könnten (was wir vielleicht gern täten), gibt es längst ein neues
Modell, gegen das das alte ausgetauscht werden kann, und manche kommen auf
diese Weise nie zu einer Spülmaschine, weil die Modelle zu rasch wechseln und
Sie sich allzu lange nicht entscheiden können, manche lassen sich sogar
voneinander scheiden, bevor sie die Spülmaschine kaufen konnten, sie muß daher
bei der Scheidung nicht aufgeteilt werden, und wer weiß, vielleicht wäre das
Mädchen N. dem Geköpften irgendwann einmal zu alt geworden, o je, kein Mädchen
mehr, und dann rein mit ihr in die Abfalltonne, in die das liebe Laub kommt,
wenn es überflüssig wird, und bevor es flüssig wird und grauenhaft stinkt. Ich
habe eher den Eindruck, sie, die kleine N., sollte als eine Art späterer Gattin
wieder von einer Art Gatten in die Zivilisation eingeführt werden, sehen Sie,
da hätte ihr ihre überaus große Sprachbegabung und all die Mühe des Herrn
selbst, ihren Hausmüll woanders als in der Haustonne zu entsorgen, nichts
geholfen, sie hätte wieder in die Welt zurück müssen, aber in eine, die auch
außerhalb ihres Lochs nur aus ihrem Besitzer hätte bestehen dürfen. Sie wurde
im Draußen, im outer space, na, in Wien halt und meinetwegen auch in
Wien-Umfahrung, ich meine Umgebung, in Strasshof in Niederösterreich,
verglichen mit Wien bereits Ausland, weil man dort niemanden mehr findet, nicht
einmal, wenn man nach ihm sucht, als Helferin vorgestellt, als Fliesenhelferin,
als Betonierhelferin, als Zureicherin, wie man am Bau sagt, aber irgendwann
wäre sie vielleicht zur Verlobten aufgestiegen, zum Herrn P. emporgestiegen
(sonst hätte seine Mama Verdacht geschöpft aus ihrem warmen Mamatopf heraus,
aus dem sie sich selber, als Schöpferin, nein, mit dem Schöpfer austeilt, denn
die Mutter ist die einzig Liebende, die es gibt, aus Prinzip, ich weiß nicht
welchem, aber keine Liebe ist größer als die, die später in Haß umschlägt, wie
meine zu meiner Mama, in Haß, diesen kalten Umschlag für die verletzte Liebe,
ich habe es am eigenen Leibe erlebt, es ist ehrlich wahr, wenn hier irgendwas
wahr ist, dann das). Und N.s Hygieneartikel mußten all die Jahre
selbstverständlich in einem andren als dem üblichen Drogeriemarkt gekauft
werden, sonst wäre ein Verdacht entstanden und bald bis zum Grund ausgeschöpft
worden. Entschuldigung, die Qualität wie die Qual des guten Erzählens besteht
darin, daß man es nie bis zur Neige ausschöpfen darf, es muß immer ein Rest
ungesagt bleiben, ich bestehe aber nur aus Resten, dies hier ist ein einziges
Resteessen, ich bitte um Entschuldigung dafür, aber leider 2L8. Brigitte, bitte
beginne endlich, du hast unsere ganze Aufmerksamkeit, Erzählung, beginne jetzt
ebenfalls, nach über hundert Seiten oder so, ich hebe bereits den Arm für den
fleißigen Einsatz, was, du willst immer noch nicht?! Brigitte, und das ist
vielleicht noch schlimmer, obwohl ihr Essen und Atmen und sogar das
Geigenspielen gestattet ist, vorausgesetzt, es kommt ihr keiner nahe genug,
daß er sie hören könnte, und nicht
einmal das stimmt (wer, der z. B. mich hörte, könnte nachher sagen, es wäre das
Mitgeteilte aus unmittelbarer Zeugenschaft gewesen, das wird keiner von mir
behaupten dürfen), Brigitte wird hier nie beginnen, und sie wird hier enden, aber
nicht im Verlies, nur verlassen, ihr Zug des Lebens, der Zug ihres Lebens wird
hier anhalten und nicht mehr weiterfahren, obwohl es auf der ganzen Strecke
kein Signal gibt, was gibts da noch groß zu erzählen? Bitte, warten Sie
dennoch! AFAIC werde ich es immer wieder versuchen. Naja, Großes würde mir
ohnedies nicht gelingen. Es gibt so viele wie eine solche Frau, allein in der
Provinz, die stirbt, der Ort stirbt, die Frau nicht, noch nicht, aber
eingesperrt werden sie deswegen noch lange nicht, diese einsamen Menschen,
diese Kerker ihrer selbst, alle Löcher des Landes wären ja voll von ihnen,
dieses Land ist allerdings, wie jedes andre auch, nicht einmal dies hat es für
sich allein, voll von Arschlöchern, ich nehme mich da keinesfalls aus, ich will
ja auch dazugehören, ich habe eine Karte für dieses Land mit meiner Geburt
erworben, und jetzt darf ich dort überallhin, und in mich darf auch jeder
hinein, wie es sich für einen guten Arsch gehört, und wie schon Mozart sagt,
der gern dort war, wo es finster war, man hätte das von ihm nie vermutet.
Inzwischen weiß man es, er hatte ja seine Tage, ich meine sein Jahr. Sehen Sie,
kaum will man was erzählen, gibt es schon nichts mehr zu erzählen, dafür jede
Menge zu behaupten, eine Menge, die nicht zu messen ist, jeder, der mit dem
Maßstab käme, dem würde ich den Stab sofort wieder aus der Hand reißen und ihn
weitergeben, diese Lokalbahn wird als unrentabel eingestellt, ja, die Lokalität
auch, Sperrstunde! Schade, es war so eine schöne Strecke, den Fluß entlang, die
Berge links und rechts, wie ein schönes Pochen an der Tür von diesen Bergen,
die ihren Boden sanft abwärtswerfen, manchmal auf die Autos der Touristen, wer
hätte da nicht mitfahren wollen in Brigittes Leben (nicht im Auto dieser
Touristen, das, mitsamt Inhalt, unter dieser gemeinen Steinlawine begraben
wurde!) und mitten in ihr Kleinlebewesen, ich meine in ihr kleines Leben
hinein? Keiner. Einer, aber nur kurz, bei der dritten Station ist er schon
ausgestiegen, er hat seinen Rucksack und seine Skier genommen und ist einfach
ausgestiegen, nach kurzem Gruß, von dem ich auch nichts zu erzählen habe. Ein
paar achtlose Worte, weiter nichts, aber sie können einen Menschen dauerhaft
zerstören, so wie z. B. das Wort Moralistin. Ich jedoch liebe es!,
wenn auch nicht unbedingt in meiner Nähe, es
kommt aber trotzdem, ein Hund, der überall rausgeschmissen worden ist und jetzt
versucht, mir ein paar Stücke, nein, nicht Theaterstücke, rauszureißen und zu
fressen, aber nicht einmal der kriegt sie, ums Verrecken nicht, und wenn er
verhungern würde. Brigitte, eine erfundene Figur, zum Erzählen in der Erzstadt
entwickelt und sofort wieder stillgelegt, wie jene Stadt, da leider von mir
entwickelt, Brigitte wird enden, wie alles von mir Erfundene, ich bin längst zu
müd, weiter leben zu lassen, was nie gelebt hat, was nie ein lebhaftes Erzählen
gewesen ist, sie wird, nach einem vielversprechenden Anfang in Bruck a. d. Mur,
ebenfalls enden wie Gras, obwohl sie gern anders geendet hätte, vielleicht auf
einem Konzertpodium oder, ein wenig abgelegener, unter einem anderen, unter
anderem, abgelegen wie eine ferne Stadt oder wie duftendes Heu in einem schönen
Stall unter dem Arsch des Christkinds, das am Sonntag kommen wird in diesem
Jahr, von mir aus gesehen 06, und nächstes Jahr auch, aber ohne mich, immerhin,
was man hat, das hat man, denn ihr, Brigittes, Exmann ist jahrelang der
Sachwalter der Tante gewesen und hat es seiner früheren Frau, nach dem Tod der
Tante, günstig zuschanzen können, damit sie sich dort für den Rest ihres Lebens
von dieser Schanze stürzen kann (hoffentlich! Hoffentlich wird es nicht
abgerissen, bis nur noch ein Loch übrigbleibt, in dem sich die Leute
verkriechen müssen, weil ihre Wohnanlage abgerissen werden mußte), verschanzen
und lebend begraben lassen kann, habe ich vorhin nicht etwas anderes behauptet?
Passiert mir ebenfalls dauernd, denn ich erinnere mich nicht, sowieso nicht,
ich erinnere mich an nichts, warum auch, ich sage ja doch nie die Wahrheit, und
die Erinnerung betrügt sogar besonders gern, schon beim Geben, wenn die Karten
ausgeteilt werden, schon beim Mischen kann man sich helfen, die Erinnerung,
flieg los, mein Schatz!, weiß, sie kann nicht fliegen, und ich kann nicht
rechnen, sie betrügt uns alle, weil wir wünschen, in Ruhe die Zeit mit ihr, der
Erinnerung, der lieben Erinnerung, zu Haus zu verbringen, wir werden kein
Fotoalbum mehr brauchen, wo wir doch den Computer haben und das Handy, wir
speichern alles, auch Hinrichtungen, und das Gespeicherte mit dem ultimativ
Gespeicherten, der jetzt tot ist, endlich, nein, neue Bilder kriegen wir von
dem nicht mehr rein, verkaufen wir dann, 30 Cent pro Hinrichtungs-Video, das
kann sich nun wirklich jeder leisten, auch in extrem armen Ländern, und so eine
Anschaffung lohnt sich immer. Dafür, will sagen im Gegensatz dazu, müssen Sie
bei mir nichts zahlen, würden aber sicher sogar zahlen, daß Sie das nicht lesen
müssen, das kostet aber schon überhaupt nichts, im Gegenteil, es spart Strom!,
Sie schützen die Umwelt, wenn Sie mich abdrehen!, aber was auch immer ich sage,
was auch immer ein andrer, Besserer, Besessenerer, sagt, wir sind nichts, wir
sind nichts, nichts, nichts, und wenn man sie fragte, jetzt habe ich vergessen,
wen, ach ja, die Erinnerung, sie würde uns darauf ungefähr folgendes sagen: Ich
weiß es nicht mehr, dabei weiß sie immer mehr als wir!, ja, die Erinnerung, ein
bißchen mehr als dies würde sie uns vielleicht schon sagen, damit wir einen
ordentlichen Mehrwert zusammenkriegen: Sie würde lieber ausgehen, die
Erinnerung, denn im gegenwärtigen Leben geht sich ja doch nichts mehr aus,
ausgehen würde sie und sich woanders Anregungen holen, damit sie anders
ausgehen kann, woanders hin, aber dann wäre sie nicht Erinnerung, dann wäre sie
pure Erfindung, allerdings noch nicht Erzählung!, es wäre nicht spannend, das
muß ihr schon klar sein, und auch ich kriege hier keine Spannung hinein,
vielleicht weil ich nicht stärke und daher auch nicht bügle, Blödsinn, nein,
ich betrüge Sie jetzt, das ist meine Spezialität, da ich kein Leben habe, habe
ich nur noch meine Erinnerungen, aber diese Erinnerung, diese eine, daß ich
Papa deportiert (Jahrzehnte nachdem man ihn beinahe wirklich deportiert hätte!)
und getötet habe (bitte helfen Sie mir, meine Frau und meine Tochter wollen
mich weg haben! Was soll ich denn jetzt machen, sie wollen mich nicht, meine
Frau und meine Tochter, beide wollen sie mich nicht! Was soll ich nur machen?),
das ist eine schreckliche Erinnerung für mich, deren Kernaussage ich erst
neulich so nebenbei von meiner Nachbarin erfahren habe, zu der sich Papa damals
immer geflüchtet hatte, ich wußte das nicht, keine Ahnung, aber weg mußte er
trotzdem, EOD, DND, das hatten Mama und ich so beschlossen, auf sein Jammern
konnten wir nicht hören, wir hatten eine größere Aufgabe, nämlich: zu Zweit zu
sein und zu bleiben, ja, das war eine große Aufgabe, etwas, das anderen, die
das auch, noch vor mir, vor meiner Existenz, vielleicht gern versucht hätten,
nicht zustandegebracht haben, sich des Vaters zu entledigen, uns ist das
gelungen, Mama, Klytämnestra und mir, dem Elektro Hingegebene, doch diese eine
Erinnerung, die ist klug und weise, die betrügt man nicht, und die betrügt auch
mich nicht, so war es wirklich, ich habe es jetzt erst erfahren, nachträglich,
unsäglich, nein, unsagbar, daher ist es gar keine Erinnerung, aber ich wußte
sofort: So war es wirklich, so und nicht wie ich vorhin gesagt habe, als ich
gelogen habe! Was übrigens? Keine Ahnung, sondern es wird so gewesen sein, wie
ich es nächstes Jahr sagen werde, warum soll ich es erzählen, denn nächstes Jahr
wird es so sein wie es voriges Jahr gewesen ist, oder? Erzählen ist wie auf ein
neues Haushaltsgerät warten, aber nein, nicht wie das Gerätewarten, das
Entkalken, das doch so nötig ist, aber jedes Gerät ruiniert, zumindest wenn ich
es mache. Was haben Sie denn da schon wieder nicht kapiert? Kaum hat man es,
ist es schon wieder technisch veraltet, das Gerät, und die liebe deutsche
Sprache (und ihre fixen angestellten Verwalter, die uns sagen, wie man sie
wohin schreibt), die sich in den eigenen Grund-Stücken nicht auskennt, verlangt
einen andren, einen viel neueren erzählerischen Grund-Ton, um sich darauf
abzustimmen, weil die Stimmgabel heute leider Ausschlag hat, ich meine:
ausgeschlagen hat, mit der sie in Gourmetrestaurants gehen und sie, die Gabel,
bevor sie zu essen beginnen, an der Garderobe abgeben, denn dort kriegt jeder
seine eigene Gabel, auf Kosten des Hauses, naja, also das Abstimmen
funktioniert trotzdem recht gut, keine Ahnung, wie die das machen, aber es
funktioniert, alle spielen jetzt schön und harmonisch und enharmonisch
verwechselt (denn sie sind temperiert gestimmt, immer ordentlich temperiert,
wie guter Wein, bevor er serviert wird) miteinander und mit unseren
Menschenknochen. Der berüchtigte englische Frauenmörder Christie hat schließlich
sogar mit dem Unterschenkelknochen einer Frau seinen Zaun geflickt, er hat ihn
mit einem Stück Holz gepaart und zusammengespannt, damit die Länge des neuen
Zaunpfahls genau stimmen sollte, mit dem er winken wollte, bis endlich die
Polizei kam – probieren Sie das mal mit
mir, mit meinen alten Knochen! Es wird Ihnen vorkommen, als hätten auch Sie
sich mit einem Stück Holz gepaart. Aber noch spreche ich! Warten wir auf
nächstes Jahr, vielleicht ist dann wieder alles anders, dann liege ich
vielleicht richtig, aber immer noch wie ein Holzklotz, ein Dreck das alles, so
oder so, Bestechung und Amtsmißbrauch und Tennis und Ski, fragen Sie nicht wie,
fragen Sie mich nie, es sind immer die Skier, mit denen letztlich abgeschwungen
wird, in einem spritzenden Bogen aus Wut, der sich vom Weiß des Schnees
vorteilhaft abhebt wie eine Pudelhaube oder ein neuer Ski-Overall, in einem
stäubenden Zurück! Jetzt, fremder Reisender! Los! Abschnallen! Ich schnalls
nicht. Was wollte ich sagen? Egal was, eine Erzählung wird das nie, das steht
jetzt fest, was eine Erzählung auch nicht darf, sie soll fließen, aber auch
ihre Tief- und Höhepunkte haben, von mir aus. Sonst wäre sie nicht Wasser,
sondern eine vollkommen flache Glas- oder Rigipsplatte. Fragen Sie mich nicht
weiter, ich antworte nicht, hier bin ich zu Haus und antworte nicht, hier, in
Österreich, ganz recht, derzeit wird ein neuer Kurs für Österreich gesucht, den
es aber wieder nicht besuchen wird, das seh ich schon!, nein, ich antworte
nicht, wenn ich gefragt werde, und zwar deshalb nicht, weil ich schon lang
nicht mehr gefragt bin, naja, manchmal bin ich vielleicht schon noch gefragt,
aber ich antworte nicht. Ich antworte niemandem. Ich ziere mich. Das wirds
sein! Ich verziere mich mit einer Verweigerung. Das, was Sie mir da vorsetzen,
esse ich nicht. Soeben erkenne ich mich doch in dieser Verweigerung glatt
selbst wieder und fasse es nicht: Ich ziere mich, damit Sie mich noch viel
schöner verzieren können, doch Sie tuns nicht. Ich kann mir erlauben, daß Sie
hier nichts verlieren werden, kein Stück Lebenszeit, und auch nichts verloren
haben. Diese Wahl hatte N. nicht, der nur erlaubt und ermöglicht war, sich als
Verlassene in ihrem Verlies einmal umzudrehen, und sogar das Verlies noch hat
sie sich eingeteilt in verschiedene Zimmer, einteilen müssen, im Denken, ja, im
reinen Denken, das ist ja so wichtig für uns!, damit sie in dem Loch eine
gewisse Orientierung in die Weite hinein hatte, dort ein Waldstreifen mit
Buchen, hier ein Regal mit Büchern, das leider endenwollend ist, weil ja auch
die Wand bald wieder endet, da haben sich Räume aufgetan, die ihr zwar nicht
aufgetan wurden, die sie sich aber vorgestellt hat, sie hat sich innerlich
erweitert, da sie es äußerlich ja nicht konnte, sie hat an ihren Orten und
Einrichtungen gearbeitet, und das sollten auch Sie tun, die Sie Ihre
Selbstbestimmung lieben und Ihre persönliche Freiheit, welche viel kleiner ist,
als Sie es sich überhaupt vorstellen können, kleiner als das Verlies der
kleinen N. (die hat sich die Freiheit sicher viel größer vorgestellt, als sie
ist, denn als sie sich die Freiheit vorgestellt hat, war sie auch noch kleiner
als heute, ein Kind, ich meine die kleine N., der die Freiheit damals größer
erschienen ist, als sie ist, das merkt sie jetzt, glaub ich). Da leben viele an
vielen Orten und Einrichtungen, sie lernen und lehren, das auch, von mir aus,
vielleicht werden Sie sogar mehrere Berufe haben, aber ich erzähle ums
Verrecken nicht von ihnen, nein, von Ihnen auch nicht! Lieber würde ich
krepieren. Denn ich erzähle gar nicht. Weil ich es nicht kann und aus. Und Sie
sind es mir nicht wert. So. Und ich bin es mir auch nicht wert. Weil ich es mir
nicht wert bin! Das kommt ja noch dazu. N. hat nur den einen Beruf,
am Leben zu bleiben und im Geist Kontinente
zu durchwandern, angeleitet von Ö1, dem wundersamen Sender, der überliefert
kein auf Jahrhunderte gebautes Sicherheitsdenken, wie früher vom Radio her
üblich, sondern Unruhe, Selbstentwicklung, ja, und auch den Drang zur
Unsicherheit, weil das Radio einem alles vermitteln kann, was man alles nicht
weiß, wenn man genau zuhört, was kaum einer von uns tut, welcher zur gleichen
Zeit auch fernsehen könnte, und das Zuhören lernt man dann vom Qualitätssender,
nicht von einem andren Menschen, der einem ja nie zuhört, wie N. es gelernt
hat, ein Sender, der einem ebenfalls nie zuhört, das ist auch nicht seine
Aufgabe, hallo, wir machen heut vielleicht einmal im Fernsehn Musik, na, wie
wärs?, damit wir die Musik auch sehen können! Hören Sie uns überhaupt zu, hören
und schauen Sie dem Nebel von Frau Carmen nicht zu? Aber der Nebel dient doch
dazu, daß Sie eben nichts sehen können, das aber leider sehr genau! Der hört
Ihnen nicht zu, also müssen schon Sie ihm zuhören, sie hört also zu, wenn sie
ihre Lieblings-CD mit der Anne Sophie Mutter aufgelegt hat, diese andre Frau
K., woanders, so anders, nein, so anders auch wieder nicht, was für ein
Zufall!, daß diese Frau ihre Gedanken auf Reisen schickt und manchmal mit
ihnen, auf der Gedanken Schwingen, bis Bruck a. d. Mur gelangt, wo sie einst,
früher, war, was ist passiert, daß sie das Lebensgefühl ihrer Generation nicht
teilen kann, denn es ist unteilbar? (Und die Generation ihrerseits will ihr
Lebensgefühl natürlich auch nicht mit ihr teilen, mit niemandem, auch mit
dieser mutigen kleinen Gefangenen nicht, der ihr Mut aber erst acht Jahre
später etwas nützen wird). So geht also wieder bloß ein Gedanke auf Reisen,
jede Zehntelsekunde, die Gedankenfahrpläne wären unglaublich lang und
unübersichtlich, der Gedanke, der traurige Gedanke, sucht seine Träne, die ihm
wie ein Hund auf dem Fuße folgt, eine Träne, die ebenfalls auf Reisen gegangen
ist, möglicherweise jedoch in genau die andre Richtung, und dieses Verlies,
dieser Kerker in klein (wie die Fertig–Salettln in den Baumärkten ja auch ganze
Häuser in klein sind, dort hat Herr P. womöglich gelernt, daß man alles machen
kann, nur eben sehr viel kleiner und weniger, dafür hatte dann er vielleicht
umso mehr davon. Das hat er nun davon! Jetzt fehlt ihm ein wesentlicher Teil,
wenn nicht der wesentlichste, den er noch hätte brauchen können), für den wir
keine Bevölkerungsprognose abgeben können, denn eine Bevölkerung hätte hier in
diesem Loch nie und nimmer Platz. Vielleicht läßt sich da was machen? So,
dieser Kerker ist nach einer halben Stunde Geisteswandern endlich mit Wäldern
und Seen bestückt, wie diese wunderbare Gegend hier, diese überzeugte Realo,
die es wirklich gibt und in die Sie fahren sollten, denn die Einschätzung, die
Bewohner dieser Gegend hätten, im Gegensatz zu der Bewohnerin eines winzigen
Kellerverlieses unter einer Garage (sogar das Auto hat viel mehr Platz,
allerdings ist es auch größer! Nein, das stimmt so nicht, ich muß nachprüfen,
ob ein PKW die Länge von 181 cm erreichen kann, wie soll ich etwas
erzählen, wenn ich nicht einmal sowas weiß! Hab aber eh schon hundertmal
zugegeben, daß ich es nicht kann, ich gebs ja zu, was soll ich denn noch alles
tun, Erde essen? Na schön, ich hab eh einen Garten, die Erde ist mir leicht
erreichbar), ein relativ schlechtes Bild von ihrer Stadt gewonnen, von dieser
ehemaligen Erzstadt, diese Einschätzung ist falsch, aber jede andre würde uns
auch täuschen und enttäuschen, da muß noch einiges vom Fremdenverkehrsamt getan
werden, bevor wir dorthin fahren! Im Widerspruch zu N.s Erfahrungen, daß es anderswo
schön sein könnte (man erinnert sich sogar noch daran, denn man war vielleicht
einst selbst woanders), aber keinesfalls dort, wo man gezwungen ist zu sein,
und im Widerspruch zu jeder Erfahrung sollte man nicht woanders sein wollen,
denn nur dort, wo man ist, hat man ein erträgliches Maß an Leiden erreichen
können, aber wenn Sie ein unerträgliches Maß erreichen wollen – bitte! Von mir
aus. Schmeißen Sie mir nur weiter Ihren Müll in meine Tonne, schmeißen Sie nur
weiter Dreck gegen meine Hauswand, werfen Sie mir nur weiter Ziegelsteine in
meinen Vorgarten, irgendwann wird dann Ihr Haus nicht mehr da sein, und ich
werde lachen! Wir treten hier auf der Stelle. Da ist schon ein richtiges Loch
entstanden, aber für einen Menschen ist es noch nicht groß genug, es ist für
das Vergraben eines Faserschreibers im Grunde, nein, nicht in diesem Grunde,
noch zu klein. Was könnte ich also erzählen? Es ist bei den Bewohnern der
beispielhaften (ich weiß nur noch nicht: Beispiel wofür?) Erzstadt gerade die
Einsicht in die schöne Landschaft zur Gänze vorhanden, glauben Sie mir, aber es
wird Sie nicht weiterführen, was eine Erzählung ja sollte, bitte, die Einsicht
ist nicht verschwunden, denn sie ist nie im Leben fortgefahren, und daher fahre
auch ich in meiner Erzählung nicht fort, ich bin ja auch nie weggefahren. Das
ist meine Rache an mir. So wie das, was ich mache, auch nie gut ankommt,
leider, n1, nicht wahr?, wann werden Sie endlich aufhören, sich bei der
schreibenden Jugend mit sowas einzuschleimen, Sie Idiotin Sie, die nichts kann
und das sogar selber zugibt? Wenn sich das Mädchen N. geziert hat, vor der
Arbeit drücken wollte, nein, das wollte es nicht, nie, es wußte, was ihm dann
blüht, dann wurde sie, die kleine N., wahrscheinlich, ich weiß es nicht:
verdroschen, mit harten Gegenständen beworfen, so denke ich mir das, aber es
war sicher viel schlimmer. So denke ich es mir, es ist ja, wie so mancher sagt,
der nicht dabei war, im Grunde ganz einfach, allerdings dann nicht, wenn es ein
anderer sagt, nur eben anders. Wir alle sind Kopflose, und diese doch recht
kleine Zeitung führt uns täglich an, sie wünscht sich das so sehr, daß sie uns
anführen kann. Jeder, der schreibt, wünscht sich das, aber ich nicht, ich
wünsch mir das nicht, denn ich weiß: Wir sind nicht einmal die Angeführten, es
hört einem ja nie einer zu, außer dem, der jetzt eine Million von seinem
schönen Buch verkauft hat, da wird schon der eine oder andre drunter sein, der
auf ihn hört. Da ich ihn nicht kenne, weiß ich nicht, wer er ist, aber ich höre
nicht einmal auf meine innere Stimme, die mich warnt, jemanden zu schmähen, und
auch von außen benötige ich keine Zurufe. Es könnte jeder sein, der mir dann
aber nichts sagt. Ich bin eher fürs Nichtssagende, und einer, der nichts sagt,
könnte mir daher prinzipiell gefallen. Das sagt natürlich nichts. Auch wenn ich
noch so viel sage, ich kenne nichts und niemanden. Immerhin. Diese Zeitung
jedenfalls tut es, sie drückt und drückt, und sowas kommt heraus! Ich kann es
gar nicht anschauen. Und diese dort drückt auch, und sie machen einen schönen
Haufen, und sie werden von mir verflucht, was sie gar nicht spüren, denn aus
mir spricht nichts als Neid. Sie arbeiten nicht gegeneinander, sondern
miteinander, diese zwei Zeitungen, die alle beide hier vor mir nicht auf den
Knien liegen, warum nicht?, sie wollen halt nicht und wer weiß welche noch, die
auch nicht will, die das aber abdrucken wird, was ein Schreiber, ein andrer
Schreiber als ich und noch einer und noch einer aus einer Wunde in seiner Aorta
hervorstößt, nachdem ich ihm den Todesstoß versetzt haben werde mit meinem
Instrument, das zu spielen ich einmal gelernt habe. Ich kann gar nicht sagen,
wie viele ihm (und mir) dafür dankbar sind, daß er jetzt ruhig ist. Er ist ein
andrer. Was der da in den Schnee pißt, ist ein Dreck, ist des Drucks nicht
wert, den wir in Form von Leserbriefen, aus denen auch nur Neid spricht, und
Postings, aus denen der Haß spricht, veröffentlicht sehen wollen, und was ich
an Wunderbarem zu bieten habe, das wird nicht gedruckt, das habe ich in meinem
Testament bereits verfügt, denn wenigstens über mich habe ich die alleinige
Verfügungsgewalt (so wie Herr P. die Verfugungsgewalt über seine Fliesen hatte,
au weia, gut, daß das nicht gedruckt wird und bei mir seinen kleinen Koben
gefunden hat, unter keiner Garage, obwohl ich sogar eine hätte, aber es wäre
mir zu blöd, deswegen extra ein Loch in deren Betonboden zu graben!), und zur
Abwechslung verfluche ich mich selbst, denn alles, was ich bewirken könnte, ist
(das Mädchen ist ja schon gerettet, oh, wie gern hätte ich diese Leistung für
es erbracht! Aber ich bin ja nicht die Polizei, die das ebenfalls nicht tat,
obwohl es ihre Aufgabe gewesen wäre), nein, was ich bewirken könnte, wäre, daß
wenigstens die Fremdenverkehrsinitiativen nicht miteinander, sondern
gegeneinander arbeiten. Es müßte alles unter einen Hut gebracht werden, was wir
den freiheitsliebenden und freizeitsuchenden Menschen anbieten. Wer, der mich
nicht riefe wie die neue Toilettenanlage an der neuen Langlaufloipe (beides
noch nicht erbaut, aber in Planung, die Erzstadt betreffend), wer, der mich
nicht dringend brauchte wie die Bevölkerung die Verbesserung ihrer
Einkommenssituation (viele habe gar kein Einkommen mehr), und wer, der die
Mentalität der Bewohner dieser Erzgegend verantwortlich machte für die
momentane Situation, die eine touristische Entwicklung mehr behindert als
fördert, wer also, der mich nicht riefe, sähe mich denn noch unter all dem
Tamtam um dieses zwangsverschickte Mädchen mit dem zugegeben, ich bin leider
nicht die Erste, die es zugibt, entsetzlichen, furchtbaren Schicksal, ja, wer,
der mich riefe, sähe mich dann überhaupt an, bei dieser erdrückenden
Konkurrenz, welche da unter dem Beton hervorgekrochen kam? Keine Sorge, ich
komme schon von selber, aber noch viel häufiger gehe ich! Schauen Sie nicht
mich an, schauen Sie, dort liegen, wartend, bereits viele, viele andre
furchtbare Schicksale zur Entnahme bereit. Greifen Sie zu! Menschen wurden
gerufen, und ich war es, die kam, Ihnen davon zu berichten. Nein, ausgeschlossen,
ich bin ja gar nicht da. Zum Glück sieht mich keiner oder bemerkt seinen Irrtum
noch rechtzeitig, daß er zwar rief, aber nicht mich, jedoch kam ich, kein
Problem, vielleicht eins für mich, aber keines in Wirklichkeit, denn man sieht
zum Glück derzeit nur auf das arme Mädchen N., das ja nicht einmal eine
Mentalität entwickeln konnte, sich dafür aber mental entwickeln durfte, dank
dem Radio, den Zeitungen und den Büchern, die es lesen durfte, dieses Mädchen,
das so viele für eine Lügnerin halten, also diese Blogs da in der elektrischen
Ausgabe einer Zeitung!, gleich kriegen Sie einen Schlag!, ich fasse die lieber
nicht an, ich fasse es nicht, aber was fasse ich schon? Wie neidisch die Leute
sind, sogar auf dieses arme Kind sind sie neidisch! Sie neiden ihr den Kerker!
Nein, danke. Lieb, daß Sie mir helfen wollen. Aber meine Schamlippen sind mir
nicht zu schwer, alles andre ist es schon, auch wenn es leichter wäre, es wird
nicht leichter, nicht so leicht wie die Erde oder die Tüte meiner
Lieblingsboutique, die ist für mich so etwas wie für andre ein Lebensmensch,
diese Boutique, wo ich mir vorige Woche den olivgrünen Pulli mit dem Rollkragen
gekauft habe, für den ich längst zu alt bin. Ich bin zu alt für meine Kleidung,
das steht fest. Viele werden angeschaut, aber mich sehen sie zu meinem Glück
gar nicht, also kann ich sowieso anziehen, was ich will; manche sehen mich aber
leider schon, wenn sie mal zufällig in einem Eisenbahnabteil sitzen und mich,
die ich zufällig auch dort bin, ausspechteln, bis nichts mehr von mir übrig
ist, nicht einmal das Weiße (keine Made), das sie mir aus den Augen
herausfressen wollen mit etwas, das sie hinter ihren sinnlichen Lippen
dreieinhalb Stunden gut verborgen halten, ja, sie sehen mich leider, also diese
Frau hat mich ganz sicher gesehen, ja, die Schwarzhaarige, genau die, von der
ich öfter mal rede, ich wollte, ich könnte es unterlassen, doch ich habe nun
mal den Beweis, sie hat davon berichtet, daß sie mich einst da sitzen sah,
nicht liegen, mich arme Wanderin, sie hat mich ausgespäht, und sie könnte es
wieder tun, obwohl ich gar nicht richtig da bin, was sie nicht gemerkt hat und
auch das nächste Mal nicht merken wird, sie hätte wahrscheinlich nicht einmal
gemerkt, wenn ein Elefant ins Abteil getreten wäre und ihr einen hätte blasen
wollen, ich meine von ihr einen hätte geblasen haben wollen, doch, doch, das
hätte sie glaub ich schon gemerkt; was wollte ich sagen, kann es aber nicht,
und zwar vor lauter Neid auf die Lebenden, die so gut zu leben verstehen wie
diese wunderbare, schöne, dunkle Frau im Eisenbahnabteil, die es eindeutig
kann, weil sie alles kann, nur halt schreiben nicht, das sieht man ihr an, was
sie alles kann, so schnittig und dunkel wie die ist, wie keine andre, Klasse,
oder?, ich dagegen, ich bin kaum richtig da, da bin ich schon dagegen, und ich
blühe folgerichtig auch daneben, naja, blühen kann man schon lang nicht mehr
sagen, aber immerhin, ich bin auch noch da, kontemplativ, das bin ich, würde
ich mal sagen, wenn ich ein Wort auswählen müßte, aber ich muß ja gar nicht.
Sie lesen hier meine gesammelten Kontemplationen, was schon ein Blödsinn ist,
weil man sie ja nicht sammeln kann wie Beeren. Und jetzt warten wir geduldig
(ich ungeduldig) auf die üppigen Kontemplantagen der jungen N. Diese junge Frau
durfte jetzt so lange nicht da sein, wie ich da war, wie alle übrigen auch da
waren, und an ihrer Stelle, nein, an einer andren Stelle etwas anderes in die
Tasten hieben, doch die meisten mußten wenigstens keine Angst vor Hieben haben.
Arme N.!, keine Sorge, ich war ja da, und wo ich bin, wächst kein Gras mehr,
und da wächst auch kein andrer mehr. Ich lasse keinen andren hochkommen, aber
wenn ich jemandem entschlossen entgegentrete, ist das für andre ein Grund, ihm
entgegenzukommen. Wenn Sie mich sprechen wollten, dann konnten und können Sie
das jederzeit, aber lieber wäre mir: nicht! Ihnen sollte es auch lieber sein.
Und ich habe sogar etliche Germanisten und andre Lichter in schimmernden
Gefäßen (damit sie vor Zuglust, nein, Zugluft geschützt werden und ruhig über
mir leuchten können) zur Hand, aber ich haue ihnen mit meiner andren Hand
sofort in die Fresse, mit der, die grad nicht mit meinem Körper beschäftigt ist
oder mit Bodenschrubben, Fliesenlegen oder Wände ausmalen oder Wandverbaue
vermessen oder Wandverhaue basteln. Doch all das tue ich eben, Ihnen zu Fleiß,
mir mit Fleiß: nicht. Wenn ich sie nur
erwischen könnte, die gemeinen Unmenschen, welche die arme kleine N. beneiden,
überall, alle, ausnahmslos alle möchte ich erwischen, und mich seit Jahren verfolgten
Gutmenschen an ihre, N.s Stelle setzen dürfen, es müßte mir nur vorher einer
ein Loch graben, damit ich eingesetzt werden kann, ach, wäre das toll! Die
würden dann alle mich beneiden! Und ich würde sie rachemäßig, wie ein
Rachenputzer die Bazillen, hinwegfegen oder hinwegstaubsaugen. Wenn N. nur
hätte früher entwischen können! Ich hätte es ihr so gewünscht! Sie beschäftigt
mich dermaßen, geradezu maßlos, das sehen Sie ja, wenn Sie es sehen wollen, und
wenn nicht: Tastendruck, au, Hilfe! und weg! Sie können sich gar nicht
vorstellen wie sehr ich mich nach etwas sehne, keine Ahnung nach was, aber die
kleine N. hat immerhin ein Ziel vor Augen gehabt, nicht zu sterben! Selig die,
die Verfolgung leiden, und glücklich die, die wissen, wie man da wieder rauskommt.
Die wissen, einmal werden wir da wieder rauskommen. Dieser Meinung ist auch das
Volk Jehovas in seinem Schlamassel, in das wir es geführt haben, weil Moses
keine ordentlichen Straßenkarten und kein GPS hatte. Na, sie wird ihre eigene
Geschichte erzählen, viel Glück dazu, liebe N.! Erzähle du! Erzähle du jetzt
bitte! Das Schreiben ist wahnsinnig leicht, und es geht auch schnell, das wirst
du schon noch merken, und wenn man nichts gelernt hat, dann geht es besonders
gut, dann hat man keine Hemmungen, und wenn man Geld braucht, geht es sogar
besonders schnell, das sehen Sie an mir, denn man hat dann keine andre Wahl,
als zu schreiben. Und daß man sonst nichts kann, treibt einen nur noch stärker
an, man würde vielleicht untergehen, da man eben nichts kann und nichts
dafürkann, auch das werden Sie sich noch merken, liebe, sympathische N.!
Ich erkläre Sie hier und hiermit für
unschuldig, das ist eine Selbstverständlichkeit für mich, Sie sind die Unschuld
selbst, und daher sind Sie es auch ein für allemal. Einmal unschuldig – immer
unschuldig, denken Sie an die deutschen Kriegsverbrecher und allgemeinen
gemeinen Menschheitsverbrecher! Schreiben Sie darüber! Nein, bitte, bitte
nicht, schreiben Sie nur ganz über sich! Was andres wollen wir nicht hören, von
den Deutschen wollten wir nie so viel hören, wie sie uns gesagt haben, und es
war so öde, mindestens so öde wie dies hier, was sie mit großer Kraft sprachen,
mit größerer Kraft als ich habe. Man spricht Deutsch, lernen Sie es also
gefälligst! Nicht Sie, liebe N., Sie können es besser als die meisten. Sie
wissen ja: Nur als Deutscher sind Sie in Deutschland bzw. in Deutsch-Österreich
wirklich unschuldig, und das wollen Sie doch sein, oder? Wie stünden Sie sonst
da in unschöner geistiger Nacktheit? Andrerseits – wenn der ehemalige
Finanzminister sich nackt zeigen kann bis auf den Grund, dann darf das jeder.
Jeder, der kein Minister ist, vom Minister abwärts, der Minister immer
aufwärts, aber Minister inklusive, alle nackt!, das ist das Neueste. Ich liebe
ihn nicht, ich hasse ihn, den Deutschen an sich, der von seiner eigenen Sprache
lebt und alle andren von der Futterstelle wegbeißt, das ist kein Privileg für
ihn, nichts, was ich um seinetwillen eigens aktivieren müßte, denn ich hasse
schließlich die meisten Menschen. Und es gibt ja sogar Menschen, die einen
andren nur lieben können, wenn er ein Hund ist, und wenns dem Hund schlecht
geht und er ohne Grund, denn es kommt kein Einbrecher, wiederholt kopflos mit
dem Kopf gegen die Scheibe springt, holen wir den Tierschutzverein und den
Amtstierarzt; wegen der Kinder, die bis zum Hals in ihrem eigenen Dreck
stecken, holen wir niemanden, genau, die lassen wir drin, damit sie weiter
unter sich lassen können, nein, den andren meine ich, glaub ich zumindest, ich
hab jetzt vergessen wen, jedenfalls einen, der kein Hund ist, sonst hätte mein
Rufen ja keinen Zweck, weil es kein moralisches Gefälle zwischen den Wesen
gäbe, das es aber ohnedies nicht gibt. Daher war es wurst, wen die Nachbarn der
in Linz-Urfahr (nein, dort fahre ich nicht hin! Vielleicht kommt dann wieder
die dunkle Frau ins Abteil, wer weiß, vielleicht sind wir beiden dann die
einzigen, die nach Linz-Urfahr fahren?) eingesperrten Töchter gerufen haben und
aus welchem Grund. Der Grund und Boden war von der Pisse der Kinder und
Haustiere schon bis zum Erdkern hinunter durchgeweicht, Hilfe!, das ehemals
recht fesche, freche Haus in Linz-Urfahr wird bald abstürzen, wenn noch mehr
saure Pisse dazukommt, ja, der Hund und die Mäuse, die haben auch hingemacht.
Bitte, ich habe oft Hunde gehabt, lange, und ich habe sie auch heute noch
herzlich lieb, obwohl ich ihre guten wie schlechten Eigenschaften kenne und
obwohl sie derzeit leider allesamt tot sind, sie konnten und können ja nichts
dafür, daß sie Hunde und tot sind, aber ich habe inzwischen großes Mißtrauen
gegenüber Hundebesitzern, die so oft zurückreden, wenn ein Bulli ihren Fido
attackiert, aber dafür nur Wesen lieben, die das eben nicht können:
zurückreden. Widerreden und widerrufen. Es gibt auch andre Wege in andre Menschen
hinein, man muß dazu kein Hund nicht sein. Ich verziere mich mit Farben, die
ich mir auf Augen und Lippen schmiere, damit man mich auch ein wenig gern hat,
doch die Blicke der Menschen schweifen ab und gehen ins Nirgendwo, wenn sie
mich sehen. Nein, das stimmt leider nicht, in zumindest einem Fall hat es nicht
gestimmt. Zur Sicherheit bleibe ich aber sowieso zu Hause, denn vielleicht
würden sie mich ja doch irrtümlich anschauen, und ich würde denken, sie schauen
mich absichtlich an (wie diese Frau, die im Zug leider nicht verschwunden ist,
a lady doesn’t vanish) und in den Boden versinken; und wenn ich versänke, wer
stellte eine Garage über mich, damit ich mich geborgen fühlen könnte wie ein
schönes neues Auto, endlich? Also, die mich anschauen, irrtümlich oder nicht,
hasse ich sogar ganz besonders. Alle hasse ich auf meinem Weg zu einer
touristischen Mentalität, die alleine herumwandert, ohne mich, denn ich bin die
einzige, na gut, also eine der wenigen, die reisen kann, ohne ihr Haus zu
verlassen. Obwohl ich die Wahl hätte, auch einmal eine schöne Reise zu machen,
bitte, jederzeit, hier spricht das Reisebüro, wir rufen Sie gerne zurück, aber
diese fremden Länder haben grade Sie nicht gerufen, das können wir Ihnen jetzt
schon versichern, ohne erst im Katalog blättern zu müssen. N. hatte diese Wahl
nicht. Hoffentlich kann sie das Reisen jetzt nachholen. Ich habe es beendet,
habe auch im Grunde überhaupt nichts gesehen, aber N. soll reisen, now voyager
– schöner Film mit Bette Davis, falls Sies nicht wissen sollten, aber Sie
sollten es wissen! Man hatte ihr, N., verwehrt, das Haus zu verlassen (mit
einigen Ausnahmen, die näher– und näherrückten und immer weiter davonglitten,
wie ein Nachmittag, der jederzeit ins Nichts der Nacht, in absolute Dunkelheit
und Tod münden konnte). Der Häuselbauer P., der Unhold, ja, so sind sie, diese
fanatischen Erbauer! Werden von mir mit Preisen versehen wie ich selbst für
meine Prosa und meine Dramatik, und sie werden dann abqualifiziert, bis niemand
sie kaufen will und sie den Kopf unter die Räder legen müssen. Sie würden aber
in jedem Fall unter die Räder kommen. Die bauen wollen, die sind überhaupt
meist so, daß es schon gegen Mittag nach Kalk, Leim, Mörtel und Fliesenkleber
zu stinken beginnt. Ich werde noch mehr über Häuser zu sagen haben, als hätte
ich nicht schon genug über dieses wichtige Thema gesagt, das, ganz nebenbei,
auch mein Leben und das meiner Eltern bestimmt und dann zerstört hat, obwohl es
sie eigentlich hätte aufbauen sollen, ja, auch das meiner Nachbarn zerstört,
die nach der Fertigstellung ihrer Häuschen fast sofort tot umgefallen sind,
aber nicht, weil es ihnen an Häusern gemangelt hätte, diesen Hirten ihrer
Häuser, im Gegenteil, weil sie endlich da waren und aufrecht stehen konnten,
die Häuser!, da waren ihre Besitzer dann recht schnell tot, dem Herzschlag
erlegen, eine dem Aneurysma, mitten in der Nacht; für sie, diese Häuschen,
wurde alles in die Schlacht geworfen, damit das Letzte aus den Ziegeln und dem
Mörtel und den Menschen herausgeholt, damit es endlich herbeigeholt werden
konnte, das Einfamilienhaus, das einen Viertelmeter höher und einen halben
breiter war als das des andren Nachbarn, der aber ohnedies auch daran gestorben
ist (vorher hat er noch seinem Vis–à–Vis die Aussicht ruiniert, gründlich mit
sich selbst ruiniert, es ist mir eine besondre Genugtuung, daß auch dieses
häßliche, verwöhnte, hochmütige Hochhaus in klein, wo ich wohne, einmal eine
Ruine wird sein, leider werde ich das wahrscheinlich nicht mehr erleben, die
Stahlfenster stabilisieren doch sehr); aus einem simplen Aushub im Boden
entstehen Todesurteile und werden sofort vollstreckt, ganze Familientragödien
beginnen so, siehe das Mädchen N. und ihr Besatzer in ihrer persönlichen
Besatzungszeit; die westliche Normalzeit war dem Herrn P. offenbar zu kurz für
das, was er erbauen und erreichen wollte!, bei uns daheim, auf einem kleinen
Berg, waren diese ganzen Häuser da, die ich dann auf einmal alle nicht wollte,
die ich nie wollte, ist das nicht eine originelle Maßnahme gegen mich? Wer fragt
mich schon! Man hatte mich in ein Haus gesteckt und vorher nicht Maß genommen,
jedenfalls nicht an mir und an Papa auch nicht, denn Mama hat immer nur an sich
Maß genommen, ein andres Maß hat es nicht gegeben, sie war das Maß aller Dinge,
und selbst für all diese Dinge war sie viel zu groß, übermenschlich groß, zu
groß für mich auf alle Fälle, aber das sagt nichts, denn sogar dieser
Aktenordner mit meinen Steuerunterlagen ist zu groß für mich, ich kann ihn
nicht fassen, und Mama hat mich nicht gefragt, ob ich eins wollte, ein
richtiges Haus mit allen Schikanen für mein armes todtrauriges Schicksal, sogar
mit richtigen Fenstern zum Rein– und Rausschauen, nun ja, rein waren sie
selten. Willst du das, so sage Ja, sage
nicht Nein zu diesem Häuschen, ein Nein würde dir, nebenbei gesagt, auch nichts
nützen, nicht einmal Papas Nein, der das alles bezahlen sollte, hat was
genützt, ihm jedenfalls nicht. Was, du willst nicht? Aber ich will, es ist der
Wille deiner Mutter, mein Kind. Dieser Fragebogen, der keinen wirklich fragt,
enthält immer nur ein Ja, es gibt keine Rubrik für das Nein. Ein Nein ist nicht
vorgesehen. Auf dieses Haus, das ich schon gar nicht gewollt hätte, und wenn
eins, dann nicht dieses, hätte ich gezeigt, wenn es damals schon gestanden
wäre, wenn es gestanden hätte, daß es gar nicht zu mir will. Ich muß gestehen,
daß dieses Haus eine Katastrophe ist, denn es gibt keinem die Gelegenheit,
einen anderen auf Händen zu tragen, dafür ist es nun wieder zu niedrig, es gibt
nur Gelegenheit für Zank und Streit und Neid und eine hinabstürzende
Entwicklung aller Beteiligten, welche immer ihr Maß an Größeren genommen, die
aber leider immer dann nicht greifbar waren, wenn man das Maßband endlich
gefunden hatte. Und so hatten diese erbaulichen Menschen kein Maß, keiner von
ihnen. Mami! Mami! Du weiblicher Teufel, wenn auch nicht in Menschengestalt!
Zum Teufel mit dir, Entschuldigung, dort bist du ja, bitte geh sofort wieder zu
ihm zurück! Warum sich immer an Größeren orientieren, warum ausgerechnet du,
und warum hast du dich ausgerechnet an Alexander dem Großen und dessen
verheerenden Feldzügen, zu denen er ein Heer gebraucht hat, das du nicht
gebraucht hast, Mami, am Großen hast du dich also orientiert, hättest dich
nicht am kleinen Muck orientieren können?, und so paßt es mir immer noch nicht,
das Haus, außer ich werde im Alter kleiner, was allerdings zu erwarten ist,
also, ich sagte es bereits AFAIR, und ich kann mich daran sogar erinnern, denn
es war, glaub ich, nur eine halbe Seite zuvor: Die Maßnahme, mich zu befragen,
ob ich dieses Häuschen überhaupt wollte, erfolgte nicht, neben vielen andren
Dingen, die auch nicht folgen wollten und nach denen mich auch keiner gefragt
hat, dafür antworten mir alle dauernd ungefragt, was sehr unangenehm ist. Ich
sage es so nebenbei, obwohl es mein Leben zerstört hat, grade deshalb muß man
sowas ganz nebenbei sagen, das ist eine Regel der Erzählung, die ich befolge,
obwohl hier nie eine Erzählung folgt, ganz nebenbei, weil dieses Haus sich ja
auch nicht sehr hat anstrengen müssen bei was auch immer, beim Erbautsein
vielleicht, ich bin nicht erbaut, daher weiß ich nicht, wie man sich da fühlt,
wie es sich fühlt, das Haus, das Leben, das ist ganz leicht gegangen, einmal
mit Schwung auf den Boden, um die Erd hauen, auf den Putz hauen, und schon ist
er drunten, bums, da liegt es, und schon war es zerstört, mein armes Leben, und
aus. Das Haus werden wir noch öfter ohne Helm, wie Kinder weder Fahrrad fahren
noch reiten sollten, um die Erde hauen müssen, bis wenigstens die Dachrinne abbricht,
sie ist eh schon rostig, jetzt laß ich eine neue aus Kupfer machen, das ist
zwar häßlich, aber dafür unverwüstlich, die Wüste trage ich nämlich inwendig,
in mir, die Dachrinne bewahrt mich davor, mich zu waschen und nicht naß zu
machen, weil sie das Wasser daran hindert, zu mir ins Haus hereinzukommen, ohne
eingeladen zu sein, was kann ich dafür, daß es so zerbrechlich ist, das Haus,
mein Leben, nein, das Haus, ein andres Leben, ich hab es mir bestimmt nicht so
gewünscht, aber so bekommen. Andre bekommen ein Loch in der Erde, um zu leben,
und können es trotzdem und besser als ich. Aus mir sollte vielleicht doch nicht
soviel Neid sprechen? Ui, jetzt wirds brenzlig! Ich sollte endlich ruhig sein,
schon lange ruhig sein. Unfreundlichkeit ist weder für den Tourismus noch für
einen selber geeignet. Wir laden gern uns Gäste ein, aber noch lieber im
Fernsehen, in das viel mehr Gäste hineingehen als in uns. Es kommen allerdings
immer die Falschen, wir sind nicht dabei, und wir drehen wieder ab, so wie Herr
P. der armen N. die Luft abdrehen konnte, das Essen sowieso. Und, obwohl man
sich so sehr einen Besitzer wünschen würde, wünscht man doch keinen Besetzer,
der einen in seiner Freiheit einschränken würde, damit würde die geistige
Infrastruktur zusammenbrechen. Bei der kleinen N. ist, jaja, im Gegenteil!,
diese Infrastruktur errichtet und ausgebaut worden, allerdings eine sehr
kleine, denn wenn wenig Platz vorhanden ist, muß die Einrichtung besonders
sorgfältig erwogen und gewogen werden, sonst ist sie zu schwer für die Erde,
die uns doch ± leicht sein soll, Ikea weiß das eh schon lang. Wie wunderbar, daß sie
da rausgekommen ist, aus eigener Kraft, die N., ich hätte das nie geschafft,
mein Gott, niemand bewundere ich so wie dieses Kind, das in Serviceleistungen,
allerdings für eine einzige Person, dermaßen geschult wurde, daß sie sofort im
Fremdenverkehr anfangen könnte, aber sie mußte doch ausschließlich ihrem
Besitzer dienen, der sie dafür einschloß, die kleine N., aber egal, mit Fremden
hätte sie sowieso nicht verkehren dürfen, die wären alle umgebracht worden vom
Herrn P., wie dieser angab, nicht einmal mit fremden Blicken durfte sie Verkehr
haben, und den Service mußte sie selbstverständlich selber besorgen, kochen,
putzen, waschen, bedienen, was man als Frau und Kind halt so macht, wenn der
Tag lang ist, und in so einem Fall, da sie nichts, absolut nichts andres zu tun
hatte, tat sie das vielleicht sogar gern. Es war eine gewisse Abwechslung,
stelle ich mir vor, aber sie wird das in ihrem Buch widerlegen, danke. Dadurch
neugierig geworden, hinterfrage ich dieses Klischee, daß die Frau sowas immer
gern macht und werde von dem Befragten, dem Klischee, wie üblich eifrig
bestätigt. Die Unfreundlichen sind immer die anderen, wir Frauen dagegen sind
dem Servicegedanken sehr zugeneigt. Nun, Herr P. hat jemand dafür gefunden,
er hat nicht gewußt, woher nehmen,
daher hat er ihn gestohlen, er hat den Servicegedanken in Gestalt dieses
Mädchen gestohlen, um diesem Gedanken zu seiner schönsten Blüte zu verhelfen.
Viel Glück für deinen Schulabschluß, liebe N.! So, bitte, diese eherne,
eiserne, ehemalige Stadt zieht das auch in Erwägung, nein, nicht den
Schulabschluß, natürlich nicht, und hier haben wir auch schon, was wir
stattdessen erwägen, die schöne Eisenblüte, sie ist zwar längst vorbei, aber
eine neue entsprießt bereits, allerdings nicht aus Eisen, und sie ist wirklich
wunderschön, wieso, das weiß ich nicht, es hätte ja auch ganz anders ausgehen
können, ich führe die Prägung durch die Landschaft an, aber das zieht in diesem
Fall nicht, denn als N. verschwand, da war die Landschaft der 22. Wiener
Gemeindebezirk (oder der 21. ? Keine Ahnung, ist aber sicher schon längst
erforscht worden, ich bin ja immer die Letzte, die was erfährt, nicht der
Bezirk, die Antwort auf diese schwierige Frage, so, der Satz stimmt nicht, ist
mir aber egal, ich müßte ihn ändern, meinen Meissel hab ich ja, aber den Hammer
find ich nicht, ich habe auch keine Zeit, denn jetzt weiß ich endlich die
Antwort, googlegoogle, es war Wien–Leopoldstadt, also der 2. Wiener
Gemeindebezirk, und das gilt jetzt und für immer, aber manche glauben es mir
nicht, – vielleicht glauben sie es ja der eifrigen Aufspürmaschine, die
wirklich mal eine Belohnung verdient hätte, ein Stück Hundekuchen vielleicht? –
weil der zu dicht besiedelt ist, der 2. Bezirk, als daß man ihm unbesehen
Menschen entnehmen könnte). Sie hat nichts bekommen, die kleine N., außer zu
Weihnachten, ein feststehendes Fest, das zu begehen (um die Vergangenheit in
einem einzigen Tag bewahren zu können?) sie ihren Entführer gezwungen hat, wie
sie im TV ausführlich ausführte, ich glaube, zum Geburtstagfeiern hat sie ihn
auch noch gebracht. Da schrumpfte das Gebirge ihrer Gefangenschaft dann zu
einem gedeckten Kaffeetisch mit Kuchen zusammen, so stelle ich es mir vor,
sicher falsch, ich werde es dereinst noch genauer erfahren, ich brenne darauf
wie diese Geburtstagskerzen, und denken Sie an Ihren letzten Geburtstag, dann
wissen Sie, wie man sich fühlt, wenn man nicht das bekommt, was man sich
gewünscht hat, aber immerhin doch etwas, das Sie nicht wollten, und die Leute
faktisch zwingen muß, daß sie überhaupt kommen und was mitbringen. N. hat sich
auch den Geburtstag gewünscht, denn ein Geburtstag ist eine Sache, die sich im
wesentlichen nicht abändern läßt, er steht eben jedes Jahr bereits fest, bevor
das Jahr überhaupt begonnen hat. Kleine Geschenke, die die Freundschaft
erhalten sollen, hats auch gegeben. Da sehen Sie, wie unbescheiden andre sind!
Ich z. B. habe mir früher mal einen fundamentalen Umbruch in ganz Europa
gewünscht, und ich persönlich wäre sein Auslöser gewesen, naja, mit ein paar
andren Genossen gemeinsam, die hätte ich schon als mother’s little helpers
gebraucht, in Tateinheit mit anderen war das gedacht, aber ich hab nicht einmal
eine Kamera auslösen können, und wie so ein Fotohandy funktioniert, das weiß
ich auch nicht, und wie ich die Fotos dann verschicken könnte, bestehend aus
lauter, möglichst vielen, Pixeln, das kann ich daher schon gar nicht wissen,
weil ich ja nicht einmal weiß, wie ich diese Fotos herstellen könnte und wie
viele Pixel eins ergeben könnte, bis einem das Bild entgegenspringt wie eine
Quelle aus dem Boden, keine Sorge, es kann jederzeit wieder gelöscht werden,
ohne Wasser, diese Quelle löscht ohne Wasser des Wanderers Durst, das ist nicht
viel, aber für den Wanderer ist es oft genug die Rettung, bevor der Bär kommt
und die ganze Rettung wieder zunichte macht. Nein, wir schweigen nicht, wir
reden aber auch nicht, wir erzählen nichts, wie könnten wir auch, da wir
niemand sind und nichts und nichts sehen, nicht einmal, wenn es uns schon die
ohnedies blinden Augen zerreißt, die Tausenden starrenden blinden Augen; wir
könnten uns gemütlich zusammensetzen und reden, aber wir tun es nicht, wir
suchen noch, wir suchen schon seit Stunden und Stunden, aber wir finden nichts,
denn Europa, das wir beeinflussen wollten, wir wissen nur noch nicht genau, wie
und womit und vor allem warum wir das tun sollten, Europa befindet sich zur
Zeit, wie es angibt, nicht in einer akuten Krise, und Grund zum Angeben hat es
nun wirklich nicht, oder doch? Nun, wo befindet sich Europa? Es ist im Arsch?
Nein! Das kann nicht sein, wenn ich an den unerhörten Aufschwung des Euro
gegenüber dem Dollaro denke. Doch, doch! Dort ist es, schauen Sie nur nach!
Also, gesamteuropäisch gedacht – es geht ihm recht gut, vielen Dank, Europa und
dem Euro, den beiden Schlawinern, tja, also unterm Strich zumindest, der sich
in der südlichen Slowakei befindet und mit minderjährigen Romamädchen bestückt
ist, die den ganzen Tag auf nichts als auf Männer warten, die dann schlechte
Freunde sind und nichts für Geschenke zahlen wollen oder zuwenig (N. wurde
wenigstens vor ihnen bewahrt, vor schlechten falschen Freunden, zum Glück), und
die sich selbst für gut bestückt halten, o je, verzeihen Sie, dochdoch, also
auf dem Strich, äh, unterm Strich meine ich, geht es Europa danke gut,
zumindest wenn man es mit anderen Kleinstädten
vergleicht, es hat alles, was es benötigt, und mehr, und es gibt alles, was es
hat, und mehr! Von dem, was es hat, gibt es freimütig wie die Natur, aber
Vorsicht, was uns im Dunkel wie ein Baum vorkommt, ist oft keiner. Und was uns
wie ein Mensch vorkommt, ist oft etwas ganz andres, wenn man das Licht abdreht,
die Landschaft hat es verdient, daß man ihre Schönheit nicht stört, und wenn es
sich um ewig glei |